Bei einem Autounfall prallte Irene Hasfeld, damals 18, gegen einen Baum. Sie bekam eine neue Hüfte, hatte unerklärliche Schmerzen. Bis sie zum Osteopathen ging. Der Autounfall geschah 1977. Die 18 Jahre junge Irene fuhr ihren Wagen gegen einen Baum. „Bei dem Aufprall wurde meine rechte Hüftpfanne durchstoßen“, sagt die heute 52-jährige Buchhalterin. „Drei Monate lag ich mit einem Streckverband im Krankenhaus. Danach hatte ich trotz Physiotherapie ständig Schmerzen.“ Zwei Jahre später wurden deshalb Hüftpfanne und Hüftkopf überkront. Diese knochensparende Methode kommt vor allem bei jungen Patienten zum Einsatz, um ihnen den vollständigen Gelenkersatz möglichst lange zu ersparen „Die Hüftschmerzen waren danach zwar weg“, erinnert sich Irene Hasfeld. „Dafür konnte ich das rechte Bein nicht mehr nach hinten strecken.“ 1986 erhielt sie ihr erstes künstliches Hüftgelenk, 2006 das zweite. „Obwohl beide OPs bestens verliefen, konnte ich mein Bein immer noch nicht normal bewegen. Irgendwann fand ich mich damit ab“, erzählt sie. Wo die eigentliche Wurzel des Übels saß, ahnte sie nicht. Die Lübeckerin gewöhnte sich eine Schonhaltung an, die ihre Wirbelsäulenmuskulatur verkrampfen ließ. So schlichen sich im Laufe der Jahre starke Nackenschmerzen ein. Im Februar 2010 wandte sie sich deshalb an den Osteopathen Heiko Bornemann. „Mir gefiel die Idee, mit den Händen Blockaden aufzuspüren und die Selbstheilungskräfte des Körpers zu mobilisieren“, erklärt sie. Bei seiner Tastuntersuchung stieß Heiko Bornemann auf Muskelfaserverdickungen im Bereich der Narbe, die von Irene Hasfelds erste Hüft-OP im Jahr 1979 zurückgeblieben war. „Man nennt solche Verdickungen Trigger, also Auslöser“, erklärt er. „Sie sind die häufigste Ursache für Bewegungseinschränkungen und für Schmerzen. Mit Hilfe von hochenergetischen Schallwellen, auch Stoßwellen genannt, lassen sich die Trigger auflösen, sodass sie keine weiteren Schmerzsignale an den Körper senden.“ Bei Irene Hasfeld wurde das Stoßwellengerät direkt an der Narbe angesetzt. „Es war ein Gefühl, als ginge ein Elektroschock durch meinen ganzen Körper“, beschreibt sie. „Die Prozedur dauerte keine zehn Minuten. So unglaublich es klingt: Ich konnte direkt danach besser laufen und spürte, wie auch die Nackenschmerzen nachließen.“ Heute, zwei Anwendungen später, ist Irene praktisch beschwerdefrei. „Ich springe herum wie ein junges Reh“, scherzt sie. „Das Leben macht wieder Spaß.“
Auszug aus: Mach mal Pause vom 05.05.2010
Um einen möglichst breiten Überblick über die Publikationen zum Thema Osteopathie zu vermitteln, stellt der VOD u. a. Auszüge aus Zeitungsberichten und anderen Medien vor. Dies geschieht unzensiert.