… Was tun Osteopathen? Osteopathen untersuchen und helfen ausschließlich mit ihren Händen. Zunächst ertasten sie das menschliche Gewebe Schicht für Schicht. So spüren sie Funktionsstörungen auf, die oft ganz woanders liegen als die Beschwerden, die sie verursachen. Sie zeigen sich als Spannungen oder Bewegungseinschränkungen im Bindegewebe, in Muskeln, Sehnen, Nerven, Gelenken, Organen oder Gefäßen und können unbehandelt eine Krankheit herbeiführen, begünstigen oder aufrechterhalten. Osteopathen lösen diese Blockaden durch verschiedene Techniken, meist indem sie sanften Druck oder Zug am bewegungseingeschränkten Gewebe ausüben. Ist die Beweglichkeit wieder voll hergestellt, findet der Körper zu seinem Gleichgewicht zurück und kann sich selbst heilen. Osteopathen können Babys z.B. helfen bei geburtsbedingten Schädel- und Gesichtsverformungen, Schiefhals, KISS-Syndrom (Fehlstellung des 1. Halswirbels zum Kopf), Schlaf- und Schluckstörungen, Erbrechen oder Spucken nach dem Stillen, Fehlstellungen der Hüfte, ständigem lang anhaltendem Schreien, Zurückbiegen oder -werfen des Köpfchens, Entwicklungsverzögerungen, Asthma, Allergien, Infektanfälligkeit (z.B. bei Neigung zu Mittelohrentzündungen)… Bei allen Auffälligkeiten gilt: Bitte zuerst zum Kinderarzt! Osteopathie kann die Schulmedizin sinnvoll ergänzen, aber nicht ersetzen. Was kostet eine Behandlung? Zwischen 60 und 120 Euro. Zu einer Sitzung gehören ausführliche Fragen zum bisherigen gesundheitlichen Lebenslauf sowie das Aufspüren und Behandeln von „Blockaden“. Der Preis ist abhängig von der aufgewendeten Zeit und dem Anbieter. (Ärzte und Heilpraktiker haben unterschiedliche Gebührenordnungen.) In Deutschland gilt die Osteopathie als „nicht wissenschaftlich schulmedizinisch anerkanntes und bewiesenes Verfahren“. Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen die Behandlung häufig nicht. Es lohnt sich aber nachzufragen, ob ihre Kasse eventuell einen Teil der Kosten übernimmt. … Wie lange dauert es, bis die Behandlung „wirkt“? Das ist abhängig vom Schweregrad der Funktionsstörung. Manchmal wirkt die etwa 30- bis 60-minütige Behandlung sofort und das „Schreibaby“ schläft prompt ein, ein anderes Mal dauert es einige Tage bis Wochen. Manchmal sind mehrere Behandlungen nötig. Warum hilft es gerade Schreibabys? Schreien ist die einzige Art, wie Babys mitteilen können, dass es ihnen schlecht geht oder etwas nicht in Ordnung ist. Sind die Funktionsstörungen gelindert oder behoben, müssen die Kleinen nicht mehr brüllen. Hier einige Erfahrungsberichte von betroffenen Eltern: Ute (42) mit Mia (14 Monate): Mia war etwa drei Monate alt, als das Zubettbringen plötzlich zur Tortur wurde: Die Kleine schrie wie am Spieß, überstreckte sich und schien sich zu verkrampfen. Aber immer nur abends. Mittags konnte ich sie problemlos hinlegen. Weil mir das komisch vorkam, bin ich in eine Schreiambulanz gegangen. Dort hat man mir zuerst was von „Kaiserschnittproblematik“ erzählt, aber das fühlte sich für mich „falsch“ an. Daraufhin bekam ich den Tipp, es einmal mit Osteopathie zu versuchen. Ich war überrascht, wie entspannt Mia während der Behandlung auf der Liege lag. Danach erzählte Frau Krause, unsere Osteopathin, mir, Mias Zwerchfell (der Hauptatemmuskel, der Brust- und Bauchraum trennt und auch den Schließmechanismus zwischen Magen und Speiseröhre beeinflusst) sei verspannt gewesen. Und was soll ich sagen? Zwei Tage später waren Geschrei und Verkrampfungen kein Thema mehr. Außerdem hat Mia plötzlich Bäucherchen gemacht. Das hatte sie vorher nie!
Dorle (34) mit Helena (12 Monate): Mit etwa zwei Monaten hatte Helena ein bisschen auffällig eine Lieblingsseite. Sie ist auch schlecht von alleine eingeschlafen, das heißt, wir konnten sie nie wach ins Bett legen. Das hat mich nicht wirklich erschreckt, aber als eine Freundin mir erzählte, dass ihr Kind nach einer osteopathischen Behandlung gut einschlafe, habe ich probeweise einen Termin gemacht. Die Osteopathin hat ihre Hand mal unter Helenas Becken, mal an ihren Kopf oder an ihre Schulterpartie gelegt. Von außen war für meinen Mann und mich nicht zu erkennen, was sie – außer Handauflegen – eigentlich tut. Nach der Stunde, in der Helena zwischenzeitlich sogar kurz eingeschlafen war, hat Frau Krause uns erzählt, dass Helena einige Blockaden hatte. Ich war total entsetzt, aber Frau Krause beruhigte mich: „Das hat sich unter der Behandlung schon gelöst.“ Kurz darauf brachte Helena beide Seiten zum Einsatz und konnte plötzlich auch alleine einschlafen.
Isis (34) mit Jana (20 Monate): Immer öfter schrie Jana ganz fürchterlich: beim Stillen auf der linken Seite, beim Wickeln und bei ihren ersten Versuchen, sich zu drehen. „Blockade im Nackenbereich“, stellte der Kinderarzt fest und schickte mich zum Orthopäden. Die Behandlung half, das Geschrei hörte auf. Doch Jana krabbelte nicht, sie kroch nur. Dabei zog sie sich mit den Ärmchen nach vorne und stieß sich zusätzlich mit dem rechten Bein vor. Plötzlich ging das Gebrüll beim Wickeln erneut los. Diesmal entdeckte und beseitigte unser Orthopäde eine „Fehlstellung des obersten Halswirbels“ bei Jana. Anschließend verordnete er ihr noch Physiotherapie nach Vojta. Die sollte Jana zum Krabbeln anregen, brachte sie aber eher zum Heulen, weil man ihr immer wieder das Spielzeug wegnahm, das sie gerade ergattert hatte. Als Jana auch nach 15 Stunden Gymnastik nicht krabbeln konnte, gingen wir auf Anraten einer Hebamme zu einer Osteopathin für Babys und Kinder. Dort durfte unsere damals elf Monate alte Tochter spielen, womit sie wollte. Die Osteopathin stellte ihre Behandlung ganz auf Janas Bewegungen und Spiel ein. Dabei erzählte sie uns, wir sollten keine Wunder erwarten. „Nur 20 Prozent der Behandlung erfolgen hier, die restlichen 80 Prozent geschehen durch Jana zu Hause.“ Trotzdem krabbelte Jana am nächsten Morgen direkt zwei Bewegungen lang, bevor sie in ihr altes Kriechen überging. Von da an krabbelte sie jeden Tag ein bisschen mehr, bis sie kaum zwei Wochen nach der Behandlung richtig krabbeln konnte. …
Auszug aus: Junge Familie vom 06.08.2010
Um einen möglichst breiten Überblick über die Publikationen zum Thema Osteopathie zu vermitteln, stellt der VOD u. a. Auszüge aus Zeitungsberichten und anderen Medien vor. Dies geschieht unzensiert.
kurzURL:www.vodev.de/pm2970 | ||||