Traitsching/Cham. Der erste Eindruck ist riesig. Mit meinen gerade mal 1,65Metern Körpergröße fixiere ich den Brustkorb meines Gegenübers. … Ehe Frode Gran Hand anlegt, stellt er Fragen, viele Fragen. … Es folgt ein gegenseitiges Herantasten und Kennenlernen. Anschließend begutachtet er meinen Rücken, meine Wirbelsäule, jeden einzelnen Wirbel. Im Gespräch erklärt er, dass die Anatomie des Körpers der wichtigste Bestandteil bei der osteopathischen Behandlung ist. Das Grundprinzip ist immer Bewegung, ob bei Organen, Muskeln oder Gelenken und auch bei der Energie „Energie?“, hake ich nach. Nein, erklärt er dazu, er arbeite nicht energetisch. Aber er schließe nicht aus, dass, wenn sich eine Blockade löst, dadurch auch mehr Energie fließen kann. Energie sei alles, ohne Energie funktioniere nichts. … Zwischen meinen Halswirbeln stellt er eine sogenannte Kompensation fest. Im direkten Zusammenhang sieht er dazu meine Bauchnarbe, bereits über 20 Jahre alt und für mich längst vergessen. Der 45-Jährige klärt mich auf. Stehe der Schmerz in einem Glied der Kette, so kann er – verbunden durch eben diese Kette – bei einem weit entfernten anderen Glied der Kette ausgelöst worden sein. Es komme darauf an, jedes einzelne Glied der Kette genau zu kennen und zu erkennen, in welchem Zusammenhang die einzelnen Glieder der Kette zueinander stehen. Wenn dann der richtige Impuls von der richtigen Stelle aus gegeben wird, könne bis zur Ursache der Beschwerden eine Reaktionskette ausgelöst werden. Er sei immer der Ursache auf der Spur, suche die Blockaden und versuche sie aufzulösen. Er frage weiter, warum es zu dieser Blockade gekommen sei. In einer Kette (Kompensation) gebe es immer auch eine Dekompensation. Jedes einzelne Körperteil arbeite für sich und dennoch stehe alles miteinander in Verbindung, es herrsche ein enger Zusammenhang und Zusammenhalt. …
Auszug aus: Bayerwald-Echo, West vom 02.10.09