Viele Babys kommen mit einem verformten Kopf zur Welt – oft nach einer schweren Geburt. Zum Glück wächst sich das bei den meisten Kindern in kurzer Zeit von selbst aus.
Geschafft! Nach zwölf Stunden Wehen kommt Laurenz zur Welt. Er ist kerngesund. Wenn da nicht die Beule auf der linken Seite seines Köpfchens wäre. „Natürlich haben wir uns erst mal Sorgen gemacht“, erzählt Laurenz’ Mutter Melanie Ackermann (29) aus München. „Aber die Ärztin beruhigte uns und erklärte, dass dies normal sei.“ Viele Babys kommen mit einem verformten Köpfchen zur Welt. Weil zwischen den weichen Schädelknochen Lücken sind, können sie sich bei der Geburt gegeneinander oder sogar ein wenig übereinander schieben. Dabei reißen schon mal Blutgefäße ein und es kommt zum Bluterguss. Dieses sogenannte Kephalhämatom ist aber harmlos und verschwindet in wenigen Wochen wieder – wie bei Laurenz. „Unsere Ärztin hat Recht behalten“, sagt Melanie. „Schon nach zwei Wochen hatte Laurenz einen süßen runden Babykopf.“ … Wenn Babys mit einer Schiefhaltung des Köpfchens übermäßig viel schreien, schlecht schlafen und Probleme beim Saugen und Schlucken haben, kann ein Besuch beim Osteopathen helfen. Bei dieser Form der ganzheitlichen Medizin arbeiten die Therapeuten mit den Händen. Sie spüren Blockaden auf und lösen diese mit gezielten Handgriffen und sanften Massagen. „So sollen die Selbstheilungskräfte des Körpers aktiviert und der gesamte Organismus stabilisiert werden“, sagt Dr. Christine Bauer (41), Ärztin und Kinderosteopathin aus München. Das Wort Osteopathie stammt aus dem Griechischen: Osteo (Knochen) und Pathos (Leiden oder Krankheit). „Die Geburt kann für Babys sehr belastend sein. Es entstehen schmerzhafte Verspannungen und damit Einschränkungen in der Bewegung“, erklärt die Expertin. Zuweilen heißt die Diagnose auch KISS-Syndrom (Kopfgelenk induzierte Symmetrie-Störung). Bleibt das Baby zum Beispiel mit gedrehter und geneigter Kopfhaltung im Geburtskanal stecken, können die oberen Kopfgelenke blockieren. „Nach den Anwendungen sind die Kleinen oft sehr entspannt und ausgeglichener“, hat Dr. Christiane Bauer beobachtet. Die Behandlung dauert etwa eine halbe Stunde. In der Regel reichen zwei bis drei Sitzungen. Die Kosten für einen Besuch beim Osteopathen betragen 50 bis 80 Euro pro Sitzung. Bisher übernehmen die gesetzlichen Kassen die Kosten nur vereinzelt, die privaten tragen die Kosten überwiegend. …
Auszug aus: Leben & erziehen vom 07.12.09