Die Vorfreude auf den Tag der Geburt wird den Schwangeren häufig durch mehr oder minder ausgeprägte Komplikationen verleidet. Für die ernsteren Probleme sind die Betroffenen durch die Vorsorgeuntersuchungen beim Frauenarzt sehr gut versorgt. Daneben gibt es aber eine ganze Reihe von Befindlichkeitsstörungen wie Kopfschmerzen, Sodbrennen, Kreuz- und Beckenbeschwerden. Hier greifen die schonenden Verfahren der Osteopathie wirksam ein, was in einigen Studien bereits eindrucksvoll belegt werden konnte. Im Rahmen einer osteopathischen Behandlung können Spannungszustände im Bereich der Wirbelsäule und des Beckens effektiv gelöst werden. Eine Gefahr für die Schwangerschaft geht von diesem Behandlungsansatz nicht aus, im Gegenteil. Die durchgeführten Studien belegen eine deutlich gesenkte Geburtsdauer und auch die Neugeborenen profitieren. Nach einer begleiteten Schwangerschaft liegt der Nabelschnur-ph-Wert regelmäßig im Normbereich, was als Indikator für das kindliche Wohlbefinden interpretiert wird. Für das Neugeborene verändern sich im Kreißsaal die Lebensumstände ganz fundamental. Die hohen Kompressionskräfte im Geburtskanal verformen den Schädel, den Brustkorb und das Becken. Der erste Atemzug entfaltet und belüftet die Lunge, und das Zwerchfell beginnt als Atemmuskel seine Aktivität. Ein großer Teil der Verformungen des Skeletts gleicht sich in den ersten Lebenstagen aus. Massivere bestehen jedoch häufig weiter und verfestigen sich. Trinkschwäche, häufiger Schluckauf, verstopfter Tränenkanal und ausgeprägte Koliken sind recht sichere Hinweise auf eine noch nicht behandelte Geburtsverletzung. Kinderärzte und die in der Nachsorge tätigen Hebammen informieren die Eltern über die Möglichkeiten einer osteopathischen Korrekturbehandlung, welche gerne auch mit physiotherapeutischen Methoden kombiniert wird. Als Ergebnis berichten die Eltern: „Das Kind war wie ausgewechselt“, „Der Bauch ist nicht mehr so aufgebläht und das Trinken an der Brust geht viel besser.“ Im Behandlungskonzept wird die Balance zwischen Wirbelsäule, Bauchraum und Brustkorb wieder hergestellt und die Symptome klingen nach einigen Tagen ab. Häufig können die Mütter schon beim ersten Anlegen nach der Behandlung von einem leichteren Zungenschlag berichten, was der Entwicklung von wunden Brustwarzen und Brustentzündungen entgegen wirkt.
Auszug aus: Trierischer Volksfreund vom 06.05.2010