… Osteopathie findet vor allem Anwendung bei Schmerzen, die schulmedizinisch schwer erklärbar sind. Der Name leitet sich aus den griechischen Begriffen „osteo“ = Knochen und „pathie“ = Leiden ab und bedeutet Suche nach den Ursachen für akute und chronische Schmerzen und deren Behandlung. Ziel ist, dass der Körper seine Selbstheilungskräfte aktivieren und seine ungestörte Funktion wieder herstellen kann. Gesundheit bedeutet aus osteopathischer Sicht, dass der Körper auf allen Ebenen harmonisch zusammenspielt und sich in einem Zustand der Selbstregulierung befindet. Dementsprechend führt eine Störung dieses Zusammenspiels dazu, dass „der Körper aus dem Gleichgewicht gerät“. Dann treten an verschiedenen Stellen körperliche Probleme auf, deren Ursache aber vielleicht in ganz anderen Bereichen des Körpers, in uralten Verletzungen, in der Ernährungsweise oder auch in der aktuellen Lebenssituation liegen können. Der Osteopath kann mit den Händen die Grundspannung von Muskeln, Knochen und Gelenken feststellen und so gestörte Funktionen erkennen. Darüber hinaus werden in einem ausführlichen Gespräch zu Beginn der Behandlung Informationen zur Krankheitsgeschichte und zu möglicherweise gar als irrelevant erlebten früheren Verletzungen sowie zu Lebensgewohnheiten erhoben. Behandelt werden hauptsächlich Patienten mit ungeklärten Gelenk- und Rückenschmerzen, mit Problemen des Verdauungstraktes sowie Migräne-Kopfschmerzen. Häufig wird erst im Rahmen der osteopathischen Behandlung deutlich, wie sehr die Biografie, Lebensumstände und die aktuelle Gefühlswelt ihre „Spuren“ im Körper hinterlassen haben und wie wichtig es ist, auch in diesem Bereich Dinge zu verändern, um Schmerzen zu reduzieren. Hieraus ergibt sich die Notwendigkeit der Zusammenarbeit mit den behandelnden Psychotherapeuten. …
Auszug aus: Sächsische Zeitung Dresden vom 22.05.2010