„Die Migräne ist nicht wiedergekommen“, Katharina Gaida (23): „Seit ich 14 war, hatte ich Migräne. Es wurde immer schlimmer. Weil schließlich kein Schmerzmittel mehr half und mir meine Neurologin sogar ein Mittel gegen Epilepsie verschreiben wollte, habe ich nach Alternativen gesucht. Die Osteopathie-Behandlung war viel sanfter als ich es mir vorgestellt hatte. Was mich aber erstaunt hat: Der Therapeut ertastete, dass unter anderem die Galle und die umgebenden Strukturen an meinen Schmerzen schuld waren. Durch das Lösen von Blockaden in diesen Regionen ist meine Halswirbelsäule beweglicher geworden, mein Kopf wird besser durchblutet. Die Migräne ist bisher nicht wiedergekommen.“ …
„Leben ist Bewegung, heißt der Leitspruch der Osteopathie, die der amerikanische Arzt Andrew Taylor Still Ende des 19. Jahrhunderts entwickelt hat. Still kam nach einer Serie von Selbstversuchen zu der Überzeugung, dass die Gesundheit des Körpers vom Zustand und von der Funktionsfähigkeit der Wirbelsäule anhängig ist. Demnach können falsch positionierte Wirbel eine Kettenreaktion auslösen – bis hin zu Krankheiten wie chronischen Kopfschmerzen, Regelbeschwerden oder Reizmagen. Moderne Osteopathen, wie Sebastian Wurster (29) von der Malteser Klinik von Weckberger, gehen davon aus, dass nicht nur blockierte Wirbel, sondern auch „Störpunkte“ etwa an Organen, Muskeln und Geweben die Ursachen von Krankheiten in ganz anderen Bereichen sein können. So muss etwa eine verkrampfte Schulter nicht genau dort wehtun, sondern kann sich beispielsweise auch als Hexenschuss ausdrücken. Solche Blockaden gilt es aufzuspüren und zu beseitigen. Das tun Osteopathen mit ihren sensiblen Händen. „Wenn die Funktionalität des betroffenen Organs oder Gewebes wieder hergestellt ist, werden die Selbstheilungskräfte aktiviert“, erklärt Sebastian Wurster. Die Bandbreite seiner Methode reicht von sanfter Muskelbehandlung bis zu kurzem Druck auf Gelenke oder Wirbel. An ihre Grenzen stößt die Osteopathie bei schweren und akuten Erkrankungen, etwa Knochenbrüchen oder Wunden. Diese müssen zunächst schulmedizinisch behandelt werden. Ebenso sind seelische Krankheiten wie etwa Depressionen kein Fall für den Osteopathen. Infos zur Osteopathie: Die Sitzungen dauern in der Regel 30 bis 60 Minuten und kosten zwischen 60 und 130 Euro. Je nach Krankheitsbild sind normalerweise eine bis zehn Behandlungen nötig. Gesetzliche Krankenkassen zahlen in der Regel nicht. Ein guter Osteopath sollte mindestens 1350 Unterrichtsstunden nachweisen können. Seriöse Therapeuten findet man zum Beispiel beim Verband der Osteopathen Deutschland e.V., www.osteopathie.de …
Auszug aus: bella vom 25.08.2010