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Öffentliches Forum
Höre keine tiefen Töne mehr
am
08.12.09 22:52
Hallo,
ich bin verzweifelt und dieser Beitrag ist mein letzter Funken Hoffnung.
Ich habe seit 7 Jahren immer wieder das Problem, dass ich einseitig keine Tiefen Töne mehr hören kann bzw je nach Schwere dazu noch Brumm- und/oder Pfeifgeräusche höre. Als Nebeneffekt geht das räumliche Hören futsch, so dass ich Geräuschen keine Richtungen aus der sie kommen zuordnen kann und in großen Menschenmengen z.B. der Kantine nur einen teigigen Brei aus vielen Stimmen höre, die ich nicht mehr auseinander dividieren kann.
Bei meinen ersten Versuchen herauszufinden was Ursache des Problem ist bzw was das Problem verbessern könnte ist mir aufgefallen, dass je nach Kopfhaltung sich die Geräusche verändern lassen. Von nichts hören, über brummen bis pfeifen. Weiterhin habe ich parallel zu den Hörproblemen immer leichte Nackenverspannungen bzw. ein Ziehen im unteren Rücken. Also habe ich probiert Ursache und Wirkung mal zusammenzubringen und dabei ist mir aufgefallen, dass das Problem immer morgens auftaucht oder verschwindet. D.h. wenn ich morgens aufwache habe ich die Probleme und wenn ich die Probleme dann 1-4 Wochen hatte, verschwinden diese nicht tagsüber, sondern sind morgens nach dem Aufstehen einfach wieder weg. Eine der ersten Lösungsideen war, dass ich vielleicht eine falsche Matraze habe und daher die Probleme kommen könnten. Habe jetzt eine superteure, von vielen Orthopäden und unabhängigen Zeitschriften gut bewertete Matratze im Bett. Hat aber nichts geholfen. Bin nie ein exzessiver Diskogänger gewesen und habe verhältnismäßigen Stress - also keine außergewöhnlich schweren Belastungen. War dann mit meinem Latein am Ende.
Also bin ich zu allen möglichen Schulmedizinern (HNO, Physiotherapeut, Orthopäde, Radiologe, und und und) gerannt. Meine bisherigen Befunde: der Hörtest war unauffällig und die Ergebnisse sogar sehr gut. Also bin ich zum Orthopäde: der stellte fest, dass ein Wirbel im unteren Rückenbereich verrutscht ist. Als Theraphie habe ich dann Wärmebestrahlung und "Einrenken" bekommen. Das half auch und 1-2 Tage nach dem Einrenken kamen die Tiefen Töne und das Gehör zurück. Allerdings trat das Problem immer wieder auf und mit permanentem Einrenken ist die Ursache ja auch nicht gefunden/gelöst. Abgesehen davon ist das ganze ja auch nicht so super für die Wirbelsäule/Knochen. Also habe ich weitergemacht mit einer schonenderen Manuellen Theraphie. Diese hilft, wird aber nicht lebenslang bezahlt und auch hier gilt: Theraphie abgesetzt, Problem wieder da. Also habe ich mit Sport angefangen (Muskeltraining mit Mehrsätzen zur Ausdauerbildung). Die Wirkung davon war allerdings nicht eindeutig und die Probleme tauchten wieder auf, so dass ich immer wenn ich Probleme hatte nicht trainiert hab und somit kaum noch trainieren war, weswegen ich dann das Training irgendwann aufgegeben habe.
Im letzten Jahr sind die Hörprobleme dann wieder so stark geworden, dass ich erneut zum Orthopäden bin. Der konnte aufgrund der langen Krankengeschichte nur noch ein MRT der oberen HWS verordnen, weil alles andere schon ohne Befund gemacht wurde. Der Befund war dann wieder unauffällig und daher war hier Ende der Schulmedizin.
Habe daraufhin den Sport wieder aufgegriffen und mich beim Kieser Training angemeldet, in der Hoffnung, dass die Kieser Methode vielleicht zum Ziel führt. Trainiere jetzt seit ca. 3 Monaten und hab auch einen Placebo Erfolg verspürt, aber jetzt habe ich seit 2 Wochen schon wieder Hörprobleme und bin echt verzweifelt. Was kann ich noch tun?!?!?!?
Kurz nochmal zusammengefasst:
- höre keine tiefen Töne mal ohne, mal mit zusätzl Brummen und oder Pfeipfen
- das Symptom tritt immer morgens auf bzw. die Probleme sind morgens nach dem Aufstehen ohne ersichtlichen Grund weg
- wenn Hörprobleme auftauchen, habe ich meistens auch mit Verspannungen im Nacken bzw. Rückenschmerzen zu tun
- HNO Befund ->Hörtest ist unauffällig
- Orthopäde findet einen wandernden Wirbel, der für eine Fehlstellung der ganzen HWS sorgt
- zweiter Orthopäde verordnet MRT der oberen HWS, welches aber ohne Befund ist
- Einrenken+Wärme oder manuelle Theraphie bringt was, Sport bringt nicht wirklich was
- Matratze ist bereits getauscht, super getestet, schweine teuer und jetzt kein Jahr alt
- erkenne auch keinen Zusammenhang Stress -> Hörprobleme (in Phasen größten Stress bin ich symptomfrei, im Entspannungsurlaub ist das Problem bereits aufgetreten
- bin nie exzessiver Diskogänger gewesen (Tinnitus nach meinem Dafürhalten also unwahrscheinlich)
Wer kann mir jetzt noch helfen bzw. hat eine Idee?
Mit verzweifelten Grüßen
OtC
Beiträge
Cochleare Amusie?
geschrieben von Adah.Gleich am 28.12.09 23:24
Der Neurologe Oliver Sacks beschreibt in "Der einarmige Pianist. Über Musik und das Gehirn" einen Patienten mit einem ähnlichen Leiden, dass nicht mit herkömmlichen Tinnitus zu verwechseln ist. Die Ursache war bei dem beschriebenen Fall im Buch eher in einer leichten Beschädigung/Versorgungsstörung der Gehörschnecke (Cochlea) selbst zu suchen als sonst wo. Das Gehirn produziert die seltsamen Töne nur als Ersatz für den relativen Tonausfall. Vielleicht ist das bei Ihnen ähnlich.
Wenn Ihnen Manuelle Therapie hilft, dann ist anzunehmen dass Osteopathie ähnliches bewirken kann, vor allem Craniosacrale Osteopathie zur Verbesserung der Kopfdurchblutung/Flüssigkeitsaustausch. Ein Glück und sehr Aussichtsreich für die Therapie ist, dass Ihre Symptome immer wieder verschwinden.