Eine Dysgnathie ist mehr als nur eine Fehlbelastung der Zähne. Der Mund ist viel mehr als nur das Organ, mit dem Nahrung zerkleinert wird. Wichtige Faktoren bei der Auslösung und weiteren Entwicklung einer Dysgnathie sind u. a.: genetische Disposition, orofaziale Dyskinesien, Dysfunktionen der Schädelbasis, psychovegetative Blockaden, posturologische Dekompensation, myofunktionelles orofaziales Ungleichgewicht. Die kieferorthopädische apparative Behandlung ist sicher wertvoll und oft notwendig; es ist aber nicht unlogisch, mit der Behandlung der ätiologischen Faktoren anzufangen, die eine Dysgnathie möglicherweise ausgelöst haben. Hier gibt es für die Osteopathie ein wertvolles Arbeitsgebiet mit sehr guten Indikationen für die Behandlung. Die Prognosen für eine Autonormalisierung der Dysgnathie sind gut, wenn die Ursache gut behandelt wird und der Prozess der orofacialen Skelettstrukturen es noch zulässt.
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