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VOD-Nachrichten


22.08.2017

Diskussion um den Heilpraktiker: „Münsteraner Kreis“ für radikale Reformen



Das Thema „Heilpraktikerwesen“ ist derzeit in aller Munde. Wie das Deutsche Ärzteblatt gestern berichtete, hat die Medizinethikerin Professor Bettina Schöne-Seifert von der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster gemeinsam mit 16 anderen Kritikern des Heilpraktikerwesens als „Münsteraner Kreis" an den Gesetzgeber appelliert, dem Wildwuchs aus „unangemessener Ausbildung und den meist unhaltbaren Krankheitskonzepten" ein Ende zu setzen, da weder eine staatlich regulierte Ausbildung noch eine Pflicht zu geprüfter Fortbildung bestünden. Das Memorandum des „Münsteraner Kreises“ haben Ärzte, Wissenschaftler, Juristen, Historiker, Pflegeexperten und ein Journalist unterzeichnet.
 
Der Gesetzgeber hatte im Dezember 2016 mit dem Dritten Pflegestärkungsgesetz (PSG III) das Heilpraktikergesetz und die Erste Durchführungsverordnung zum Heilpraktikergesetz geändert. Demzufolge werden bis Ende 2017 unter Beteiligung der Länder einheitliche Leitlinien erarbeitet, auf deren Grundlage künftig die Kenntnisprüfung von Heilpraktikeranwärtern durchgeführt werden soll. Im Mai hatte sich der Deutsche Ärztetag dafür ausgesprochen, dass Heilpraktiker keine invasiven Maßnahmen vornehmen dürfen sowie keine Krebserkrankungen behandeln sollen.
 
Diese Vorhaben gehen dem „Münsteraner Kreis“ nicht weit genug. Die Gruppe schlägt Alternativen vor, darunter die, den staatlich geschützten Beruf des Heilpraktikers abzuschaffen oder an Stelle des bisherigen Heilpraktikers verschiedene Fachheilpraktiker einzuführen. Dies könnte nur werden, wer bereits einen „Heilberuf“ erlernt hat – also beispielsweise Ergotherapeuten, Gesundheits- und Krankenpfleger, Logopäden oder Physiotherapeuten. Den Fach-HP sollten diese auf Fachhochschul-Niveau absolvieren. Sie erhielten Befugnisse, die über die ihrer Heilberufe hinausgehen, verblieben allerdings in ihren Fachgebieten. Bis zu einer gesetzlichen Umsetzung sei eine gesetzliche Beschränkung des HP-Wesens auf weitgehend gefahrlose Tätigkeiten notwendig.
 
Die Deutsche Stiftung Patientenschutz begrüßt das „Münsteraner Memorandum“, da einheitliche Standards fehlten und Patienten kaum zwischen einem seriösen Anbieter und einem Scharlatan unterscheiden könnten. Es dürfe nicht sein, dass es in Deutschland weiterhin einfacher ist, Heilpraktiker zu werden als Krankenpfleger.
 
Der Verband der Osteopathen Deutschland (VOD) e.V. sieht die ersatzlose Abschaffung des Heilpraktikers als weder sinnvoll noch rechtlich umsetzbar an. Gleichwohl macht der Berufsverband deutlich, dass der Heilpraktiker für die Sicherung der Ausbildungs- und Behandlungsqualität in der Osteopathie nicht die notwendige berufsgesetzliche Regelung ersetzen kann. Der VOD wiederholt daher im Rahmen der Reformüberlegungen seine Forderung nach einem Berufsgesetz für Osteopathen.
 

Link: osteopathie.de/n1503426660



Verband der Osteopathen Deutschland e.V. (VOD e.V.)
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