Schon morgens beim Aufstehen taten ihr die Glieder weh, abends waren Hände und Füße dick geschwollen. Der Arzt konnte keine Erkrankung finden – er verschrieb Tabletten. Vielleicht konnte der Arzt bei Kirsten Abersfelder deshalb nichts feststellen, weil nur einige spezielle Labor-Werte minimal erhöht waren: Das Blutbild war okay. Die Rheuma-Faktoren unauffällig. Die zweifache Mutter viel zu jung, um schon an Rheuma zu erkranken. „Heute weiß ich, dass es schon seit fast zehn Jahren immer wieder kleine Hinweise auf eine Rheuma-Erkrankung gab“, erinnert sich die 42-Jährige aus Bad Brückenau. „Der Schmerz schlich sich ganz langsam in mein Leben, mein Fehler war, dass ich ihn zu lange verdrängt habe.“ Auf die Idee, zum Arzt zu gehen, kam Kirsten allerdings nicht. „Ich schob die Beschwerden auf meine Belastung mit zwei kleinen Kindern und auf mangelnde Fitness“, erzählt sie. „Mit Sport, vor allem Walking und Aqua-Fitness, versuchte ich vier Jahre dagegen anzukämpfen.“ Aber es ging ihr immer schlechter: Wassereinlagerungen machten Beine und Hände dick. Während tagsüber die Schmerzen einigermaßen zu ertragen waren, trafen sie Kirsten Abersfelder nachts besonders heftig – vor allem in der kalten Jahreszeit. Ihr Hausarzt konnte keine klare Ursache für ihre Beschwerden finden. Er meinte: „Vielleicht ist es Rheuma, könnte aber auch etwas anderes sein.“ Der Arzt verschrieb Medikamente. „Vielleicht hilft Ihnen das“, meinte er. Schmerzmittel wie Paracetamol und Diflofenac machten fortan die Beschwerden einigermaßen erträglich. Erst Jahre später stellte dann ein Neurologe die endgültige Diagnose: rheumatoide Arthritis…. „Vor zwei Jahren war mir dann klar, dass ich nicht einfach bis an mein Lebensende Tabletten schlucken will und kann“, sagt Kirsten Abersfelder. „Mein Schwager empfahl mir deshalb die Malteser-Klinik für Naturheilkunde gleich bei uns im Ort.“ Dort erhielt Kirsten eine osteopathische Behandlung, um die Beweglichkeit ihrer Gelenke zu verbessern. „Spannungen im Körper werden ertastet und sanft gelöst“, erklärt Osteopath Sebastian Wurster. Diagnose und Therapie erfolgen ausschließlich mit den Händen. Schicht für Schicht werden das Gewebe, die Muskulatur ertastet, Bewegungseinschränkungen der Gelenke aufgespürt und sanft gelöst. Statt mit Medikamenten das Immunsystem und die Schmerzen zu unterdrücken, erhielt Kirsten eine sogenannte Konstitutionsbehandlung mit Homöopathika. … Kirsten Abersfelder fühlte sich zum ersten Mal seit Jahren spürbar besser. „Als ich die Klink verließ, ging es mir so gut wie schon lange nicht mehr“, strahlt sie. „Nachts kann ich wieder gut schlafen. Natürlich bin ich nicht geheilt. Aber endlich ist ein Ansatz da, mit dem ich die Beschwerden in den Griff bekomme. Heute walke ich wieder regelmäßig bei uns in der Rhön.“ …
Mach mal Pause: Was ist Osteopathie?
Sebastian Wurster: Ende des 19. Jahrhunderts entdeckte der amerikanische Arzt Andrew Taylor Still, dass die Behandlung des menschlichen Bewegungsapparates auch organische Beschwerden lindern kann.
Mach mal Pause: Bei welchen Krankheiten ist sie erfolgsversprechend?
Sebastian Wurster: Nicht nur bei Gelenk- und Rückenproblemen, sondern auch bei Verdauungsstörungen, Sodbrennen, Kopfschmerzen, Migräne, Nasennebenhöhlenentzündung, chronischer Mittelohrentzündung, Mandelentzündung, Schwindel und Tinnitus hat sich die Osteopathie bewährt. Außerdem hilft sie bei Menstruations- und Wechseljahrbeschwerden.
Mach mal Pause: Was kostet eine Behandlung?
Sebastian Wurster: Außerhalb der Klinik liegt der Preis für eine 50-minütige Sitzung bei etwa 50 bis 70 Euro. Spätestens nach der vierten Sitzung sollte ein Fortschritt spürbar sein. Die Therapie wird von der gesetzlichen Kasse nicht übernommen.
Auszug aus: Mach mal Pause vom 16.06.2010
Um einen möglichst breiten Überblick über die Publikationen zum Thema Osteopathie zu vermitteln, stellt der VOD u. a. Auszüge aus Zeitungsberichten und anderen Medien vor. Dies geschieht unzensiert.
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