„Die Ergebnisse zeigen, dass Osteopathie einen wichtigen Beitrag in der Gesundheitsversorgung von Menschen mit Rückenbeschwerden leisten kann. Die Zahlen zeigen eine Versorgung, die bei den Menschen ankommt. 19 Millionen nutzen die Osteopathie bereits — es ist Zeit, ihnen einheitliche Standards zu garantieren. Besonders bemerkenswert ist, dass die zusätzlich osteopathisch behandelten Patientinnen und Patienten das Gesundheitssystem an zentralen Stellen weniger in Anspruch nahmen und gleichzeitig zufriedener mit ihrer Behandlung waren“, sagt Prof. Marina Fuhrmann, Vorsitzende des VOD.
Die Osteopathie ersetzt keine Grundversorgung — sie verändert die Versorgungswege. Es zeigte sich unter anderem, dass nur 35 Prozent der zusätzlich osteopathisch behandelten Patientinnen und Patienten einen Hausarzt beziehungsweise Allgemeinmediziner aufsuchten. In der ausschließlich schulmedizinisch behandelten Vergleichsgruppe waren es 51 Prozent.
Auch Krankenhausaufenthalte fielen seltener an. Besonders deutlich zeigte sich der Unterschied bei den Krankenhausnächten: 0,1 statt 0,6 Nächte je Patient — ein Rückgang um 83 Prozent bei insgesamt seltenen Klinikaufenthalten.
Zudem nahmen die zusätzlich osteopathisch behandelten Patientinnen und Patienten signifikant seltener Medikamente ein (63 statt 70 Prozent). Sie berichteten außerdem häufiger über eine Verbesserung ihrer Beschwerden und bewerteten ihre Behandlung insgesamt deutlich positiver.
„Die forsa-Befragung zeigt eindrucksvoll, welches Potenzial Osteopathie für Patientinnen und Patienten und gleichzeitig für das Gesundheitssystem haben kann. Diese Ergebnisse unterstreichen einmal mehr, wie wichtig eine berufsgesetzliche Regelung der Osteopathie ist. Nur mit klar geregelten Qualitätsstandards, einer einheitlichen Ausbildung und rechtlicher Anerkennung kann dieses Potenzial langfristig verantwortungsvoll genutzt und weiter wissenschaftlich untersucht werden“, betont Christine Berek, Vorsitzende des BVO.
Zur Befragung:
Teilnehmer: 1.100 Erwachsene mit Rückenbeschwerden — 500 zusätzlich osteopathisch, 600 ausschließlich schulmedizinisch behandelt,
Gruppen nach Alter, Geschlecht, Diagnose und Begleiterkrankungen angeglichen, ein Gruppenvergleich erfolgte auf Basis der gewichteten Strukturen.
Erhebungszeitraum: Februar/März 2026
Über die Osteopathie-Allianz:
Der Verband der Osteopathen Deutschland e.V. (VOD) und der Bundesverband Osteopathie e.V. - BVO sind vielfach gewünschte und angefragte Ansprechpartner in berufspolitischen Belangen. Mit der Gründung der Osteopathie-Allianz bündeln beide Verbände die politische Arbeit und geben der Forderung nach einer berufsgesetzlichen Regelung der Osteopathie noch mehr Gewicht. Gemeinsam vertreten die beiden führenden osteopathischen Berufsverbände rund 11.000 Mitglieder und damit einen Großteil der in Deutschland tätigen Osteopathinnen und Osteopathen. Die Qualitätssicherung für Patientenschutz und Verbraucherschutz steht dabei an oberster Stelle.