VOD-Nachrichten


30.06.2009

Wir akademisieren die Osteopathie, nicht die Osteopathen


Pionierin und Pioniere beim Start 
der Curriculumsentwicklung (v.l.): 
Dr. Edgar Hinkelthein, Etienne Cloet, 
Christiane Hähn-Jakobs, Tom Esser, 
Albrecht Kaiser, Prof. Bernhard Meyer, 
Prof. Eckard Failing, Peter Wührl, 
Florian Schwerla und Andreas Kasack.

Das Thema „Akademisierung der Osteopathie“ stand im Mittelpunkt eines intensiven Workshops, der kürzlich auf Initiative des Verbandes der Osteopathen (VOD) e.V. unter Leitung der VOD-Beauftragten Prof. Dr. Wolf Eckard Failing und Prof. Bernhard Meyer an der Evangelischen Fachhochschule in Darmstadt stattgefunden hat. Die zehn Teilnehmer verständigten sich über den Gegenstandsbereich der Osteopathie und ihre Schwerpunkte. Auf dieser Grundlage entwickelten sie fünf Lernfelder. Der nächste Schritt wird es sein, entsprechende Module zuzuordnen. Dies soll Ende August in weiteren Workshops geschehen.  

Nach einer Einstimmung von Prof. Dr. Wolf Eckard Failing über die Akademisierung, Professionalisierung und Wissenschaftlichkeit arbeiteten jeweils zwei Teilnehmer unter Leitung von Prof. Bernhard Meyer an der Entwicklung der Lernfelder. „Wir akademisieren die Osteopathie, nicht die Osteopathen“, mahnte Prof. Failing. Akademisierung bedeute im Übrigen nicht, dass künftig jeder studiert haben müsse. Vielmehr gehe es um ein integrales Gesamtkonzept osteopathischer Bildung –  der eine Weg führe über Fort- und Weiterbildung, der zweite Weg über eine Schulausbildung und der dritte über einen Fachhochschul-Studiengang. Profession bedeutet, so Prof. Failing, Anteil zu haben an der Gestaltung gesellschaftlicher Werte. Es gehe also um eine Sache und ein Thema, nicht um Berufsinteressen, unterstrich er. So wie Recht für Gerechtigkeit und Theologie für Wahrheit stehe, so müsse auch Osteopathie ihr gesellschaftliches Thema finden.  

Die Workshop-Teilnehmer definierten in der Folge das zentrale Moment der Osteopathie als „Gesamtwahrnehmung des Menschen als Lebewesen“. Dabei stellten drei Momente den roten Faden dar: der Körper als unteilbare Einheit, eine aufgeklärte Intuition und das Gesundheitspotential (Salutogenese). Vier verschiedene Kompetenzbereiche bilden nach Auffassung der teilnehmenden Osteopathen den Kern der Osteopathie: Wissens- und Handlungskompetenzen, Selbstkompetenz und die wissenschaftliche Kompetenz.  

Sie definierten fünf Lernbereiche, in denen das Lernen in Theorie und Praxis stattfinden soll, wobei die drei Komponenten Patient, Therapeut und die Interaktion zwischen diesen beiden  jeden einzelnen Lernbereich strukturieren. Die Weiterentwicklung der Module jedes einzelnen Lernbereichs, die in verschiedenen Semestern gelehrt werden könnten, erfolgt vom gleichen Teilnehmerkreis und weiteren Interessierten, die noch gewonnen werden.    

In der abschließenden Evaluation dieses Starts betonten die Teilnehmer, die aus unterschiedlichen Berufskonstellationen kamen, die konstruktive Entwicklungsatmosphäre. Es sei möglich gewesen, jenseits von Partikularinteressen, eine systematische und stringente Entwicklung anzustoßen. „Der Arbeitskreis war vorzüglich und professionell von den beiden Professoren geleitet und geführt“, meint Teilnehmer Andreas Kasack. Und: „Ich war sehr positiv überrascht über diesen Einstieg und glaube, dass wir auf diesem Weg eine Riesenchance haben, etwas Großes zu erreichen.“ Als ebenfalls professionell empfand Tom Esser den Arbeitskreis: Ich wünsche mir die Anerkennung der Osteopathie hier ähnlich wie in England und werde das Ganze auf jeden Fall weiter unterstützen." Akademisierungsexperte Professor Bernhard Meyer von der evangelischen Fachhochschule: „Hier saßen Pioniere zusammen und erlebten den Start einer neuen Komponente für ein integrales Gesamtkonzept osteopathischer Bildung.“   






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