VOD-Nachrichten


27.01.2009

„WPO Osteo ist ein entscheidender Vorteil – nutzen Sie ihn“


Mit großem Interesse verfolgten rund 50 Osteopathen, Schulleiter und Auszubildende am Sonnabend, 24. Januar, die Informationsveranstaltung des VOD zur hessischen Weiterbildungs- und Prüfungsordnung (WPO Osteo) in der Mensa der Wiesbadener Gesamtschule an der Kastellstraße. Vorstand und Justitiarin des Berufsverbandes beleuchteten den Werdegang der jungen Verordnung, gingen auf ihren Platz in der Gesamtstrategie ein und verdeutlichten Inhalte und Grenzen. Als VOD-Fachbeauftragter für Akademisierung  sprach Prof. Dr. Dr. Wolf-Eckard Failing über Visionen und Pläne für die Osteopathie im Hochschul- und Universitätsbereich.

Vorsitzende Marina Fuhrmann umriss die Entstehung der WPO mit Hilfe einer Power-Point-Präsentation: Als  2005 ein Ausbildungsgesetz sowohl in Hessen als auch in allen anderen Bundesländern eingebracht wurde und scheiterte, sahen nur zwei Bundesländer weiteren Regelungsbedarf. Hauptgegenargumente waren zum einen die befürchtete Gegenwehr der anderen Medizinalberufe und zum anderen die Tatsache, dass nur eine Minderheit eine Ausbildung in der Osteopathie absolviert. Die überwiegende Mehrheit gehe den Weg über eine Weiterbildung. Zu diesem Zeitpunkt wurde vonseiten des hessischen Sozialministeriums die WPO Osteo in einer Ursprungsfassung vorgeschlagen. Die Gründe: Eine Weiterbildungsregelung als Ministerverordnung bildet die Grundlage, um zunächst einmal die Bezeichnung Osteopath staatlich anzuerkennen und sie gibt die derzeitige praktische Situation wieder. 

Im Juli 2008 kam es zur Ressortabstimmung, im September zum Anhörungsverfahren aller beteiligten Verbände. Hier galt es mit der Stellungnahme innerhalb des Anhörungsverfahrens zu verhindern, dass der Begriff „Fachphysiotherapeut für Osteopathie“ in die Verordnung aufgenommen wurde, was insbesondere dem Einsatz von Justitiarin Dr. Sylke Wagner zu verdanken sei, wie Marina Fuhrmann betonte. Am 22. November trat die WPO Osteo schließlich in Kraft, der Titel „staatlich anerkannter Osteopath“ war gesichert – ein historischer Schritt für die Osteopathie und ein Baustein in der Gesamtstrategie, die darauf ausgerichtet ist, die Osteopathie als eigenständigen Beruf zu etablieren. Die Abwägung der Vor- und Nachteile hat folgende vom VOD verfolgte Strategie ergeben: Mit der Weiterbildungsregelung wird der Bezeichnungsschutz für den Osteopathen erstmalig etabliert – die Vollzeitausbildung ist mit einbezogen.

Der VOD treibt durch Verhandlungen über Studiengänge und Kontakte mit Hochschulen die Akademisierung voran, in der Weiterbildung ein Baustein im Gesamtsystem ist, das Aus-, Fort- und Weiterbildung umfasst. Der Ansatz im Weiterbildungsbereich stärkt das schwächste Glied in der Bildungskette, indem der Titel „staatlich anerkannter Osteopath“ alle Wochenendkurs-Anbieter ins Hintertreffen geraten lässt. Es geht darum, in diesem Gesamtsystem übergreifende und einheitliche Standards zu sichern. Bei den Verhandlungen über eine Akademisierung nimmt die vorliegende WPO Osteo eine wichtige Rolle ein, da Hochschulen verpflichtet sind, neben der Grundausbildung zugleich Fort- und Weiterbildungen anzubieten, wie Prof. Dr. Dr. Wolf-Eckart Failing als VOD-Fachbeauftragter für Akademisierung unterstrich. In seinem von Beifall begleiteten Vortrag mahnte Failing die Osteopathen zur Einheit: „Die WPO Osteo ist ein entscheidender Vorteil. Nutzen Sie ihn“, sagte er als „kritischer Sympathisant der Osteopathie“. Auf die Frage nach seiner Vision gab er allen den Rat: „Nimm dich ernst und mache etwas daraus“, und warnte gleichzeitig davor, die Osteopathie als „Therapie der sanften Hände“ zu vermarkten. Sie sei viel mehr und müsse das im Zuge der Professionalisierung auch selbstbewusst zeigen.

Die Verordnung regelt die Berufsbezeichnung, sprich die Bedingungen zur Führung der Bezeichnung „staatlich anerkannter Osteopath“, und nicht die Berufsausübung – dieser wichtige Unterschied zeigt einerseits die Grenzen der WPO Osteo auf und andererseits die Fehlinterpretation mancher Heilpraktikerverbände. Der Normenkontrollklage gegen das Land Hessen gibt der Vorstand demnach keine Chance.

Um auch den in Hessen wohnhaften oder tätigen Osteopathen den Titel „staatlich anerkannter Osteopath“ zu sichern, die vor Inkrafttreten der WPO Osteo eine Osteopathieausbildung begonnen und innerhalb von fünf Jahren erfolgreich beendet haben, existiert eine Übergangsregelung.

Auch die Zusammensetzung des Prüfungsausschusses, die Osteopathen mit einschließt, sowie die offizielle Anerkennung der Osteopathen als Dozenten für die nun geregelte Weiterbildung gibt laut Dr. Sylke Wagner und Prof. Failing Grund zur Freude. Selbstverständlich lasse eine staatlich geregelte Aus- oder Weiterbildung aber nicht die gleichen Spielräume zu wie eine privat geregelte. Die Begrenzung auf eine vierjährige Weiterbildung im Falle des Teilzeitunterrichtes wurde von Seiten der Landesregierung mit der Förderungsmöglichkeit nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz begründet, die eine Weiterbildung von maximal vier Jahren voraussetzt. 

Nun gilt es, die Entscheidungsträger in den anderen Bundesländern von der Wichtigkeit einer solchen Regelung zu überzeugen. Aus diesem Grund bittet der VOD alle Mitglieder darum,  eventuelle Kontakte zu Entscheidungsträgern ihres Landes an den VOD zu melden, damit der hessische Erfolg möglichst bald auch in den anderen Bundesländern realisiert werden kann.






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