VOD-Nachrichten


22.09.2008

11. Internationaler Kongress: Fortschritte in der osteopathischen Forschung


Herr Schwerla, Sie leiten zum fünften Mal das "Internationale Symposium über die Fortschritte in der osteopathischen Forschung". Wie muss man sich Forschung in der Osteopathie vorstellen?
Grundsätzlich ist osteopathische Forschung genauso wie Forschung in der Medizin. Es kommt es immer auf die Fragestellung an, was wollen wir wissen? Beispielsweise wie verändert die Therapie den Verlauf der Krankheit (Therapiestudie), was sind die Ursachen einer Krankheit (Grundlagenstudie) oder wie genau sind die Tests, um eine Krankheit zu diagnostizieren (diagnostische Studie)? Für die Akademie für Osteopathie (AFO) war von Beginn an wichtig, Therapiestudien durchzuführen. Zum einen, weil wir im Zeitalter der „Evidenzbasierten Medizin“ die Wirksamkeit unserer Therapie belegen müssen, zum anderen, weil es weltweit wenige publizierte Therapiestudien zur Osteopathie gibt. Uns stehen keine gut bestückten Labors zur Verfügung um Grundlagenstudien, die meistens sehr aufwändig sind, durchzuführen. Unsere einzige Möglichkeit zur osteopathischen Forschung in Deutschland ist die Diplomarbeiten unserer Abschlussstudenten umfassend zu unterstützen und methodisch gut zu betreuen. Dies ist uns bisher gut gelungen, mit dem Erfolg, dass einige unserer Arbeiten auch auf internationalen Kongressen präsentiert wurden, z.B. Anfang September am Kongress ICAOR 7 in den USA, wo sechs unserer Studien vorgestellt wurden.
 
Können Sie uns ein Beispiel einer solchen Forschungsarbeit kurz beschreiben?
Auch bei unserem Symposium dieses Jahr sind die Beiträge vielschichtig, anatomische Studien, Umfragen, Grundlagen- und Therapiestudien. Die Mehrzahl der Beiträge bilden aber Therapiestudien. Als Beispiel möchte ich zwei Studien nennen: „Die Wirksamkeit von osteopathischen Behandlungen von Patienten mit essentieller Hypertonie“ (von F. Cerritelli, Accademia Italiana di Osteopathia Tradizionale, Pescara) oder „Osteopathische Behandlungen von Patienten, die an Problemen des Kiefergelenks und an Tinnitus leiden“ (von Joachim, Kronau und Moshövel von der Still Academy Deutschland). Bei derartigen Studien geht es primär immer um die Frage, ob wir bei Patienten, die mit einem bestimmten Krankheitsbild zu uns kommen, mit osteopathischer Behandlung eine Verbesserung ihrer Symptome erzielen können.
 
Das Symposium ist international. Aus welchen Ländern kommen die diesjährigen Symposiumteilnehmer?
Unsere Teilnehmer kommen dieses Jahr aus Italien, Österreich, Großbritannien, USA und Deutschland. Am Symposium werden zwei Vorträge zu Themen aus der Forschung und 10 Studien präsentiert. Hier freut es uns ganz besonderes, das Dr. Gert Antes, Leiter des Deutschen Cochrane Zentrum, zugesagt hat einen dieser Vorträge zu halten.
 
Vielen Dank, Herr Schwerla. Wir freuen uns auf ein interessantes Symposium!







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