VOD-Nachrichten


06.09.2008

11. Internationaler Kongress des VOD: Interview mit dem Dozenten Mervyn Waldman


Mervyn, Sie haben in England Osteopathie erlernt, wo der Beruf des Osteopathen anerkannt ist, leben und praktizieren aber in Israel. Welchen rechtlichen Status hat die Osteopathie dort?
Ich arbeite drei Tage die Woche in der Schmerzabteilung des Rambam Krankenhauses in Haifa und die restlichen Tage in meiner eigenen Praxis in Galiläa. Osteopathie ist in Israel noch nicht anerkannt, die Israelische Osteopathische Gesellschaft setzt sich aber für deren rechtliche Anerkennung ein. Im Krankenhaus arbeite ich mit Kollegen, die die Osteopathie von ihren Ausbildungen in Europa und den USA her kennen und respektieren.

Sie sind Gastdozent am John Wernham College für Klassische Osteopathie. Wie würden Sie Klassische Osteopathie definieren?
Ich bin seit über 35 Jahren mit der Klassischen Osteopathie verbunden, seitdem ich damals das Glück hatte meine Ausbildung und Inspiration durch John Wernham, Schüler und Kollege von John Martin Littlejohn, zu erfahren. Auch nach meiner Ausbildung habe ich noch viele Jahre unter John Wernham gelernt.  
Während die Klassische Osteopathie die wesentlichen Ziele mit der gängigen Osteopathie teilt, ist doch ihr Weg, wie diese Ziele erreicht werden, ein ganz eigener. Doch ähnlich wie beim Tanzen oder in der Musik muss man dies erst sehen und erfahren um diese Einzigartigkeit schätzen zu lernen.

Was ist der Unterschied zu der Osteopathie, wie wir sie in Deutschland kennen?
Wer eine Behandlung in Klassischer Osteopathie beobachtet, bleibt beeindruckt von deren Sanftmut, dem Rhythmus und der Weite, die der Einsatz langer Hebel und die Überzeugungsarbeit an den Dysfunktionen erzeugen, damit die strukturellen und funktionellen Aktivitäten von Kopf bis Fuß wieder in Einklang gebracht werden. Es handelt sich um angewandte Anatomie und Physiologie in Aktion, die ein genaues und fehlerfreies Handling der weichen und harten Gewebe erfordert.
Die Techniken sind jene, die von Still, Littlejohn, McConnel und deren Zeitgenossen vor über einhundert Jahren entwickelt wurden. 

Was können die Teilnehmer von Ihrem Vortrag und Ihrem Workshop über die „Klassische Krankenbett-Behandlung von akuten Infektionen beim Kind und beim geriatrischen Patienten“ erwarten?
Ich hoffe ihnen mit meinem Vortrag und Workshop einen Blick auf jene Osteopathie zu ermöglichen, die einst von deren Begründern praktiziert wurde. Ich möchte zeigen, nicht zuletzt durch die Behandlung von Infektionskrankheiten, was damals Patienten und Behandler inspiriert und eines der stärksten und umfangreichsten medizinischen Verfahren erschaffen hat.  
Damals wie heute haben gesammeltes Wissen und klinische Praxis die gleiche Bedeutung, doch drohen sie in Vergessenheit zu geraten, wenn nicht große Anstrengungen unternommen werden sie an die künftigen Generationen von Osteopathen weiterzureichen.
 
Mervyn, besten Dank für das Gespräch! Wir freuen uns Sie in vier Wochen zu begrüßen.







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