VOD-Nachrichten


04.10.2009

Osteopath – ein Beruf im Umbruch


Prof. Dr. Karl-Ludwig Resch D.O.hc

Prof. Dr. Karl-Ludwig Resch D.O.hc: Akademisierung in greifbarer Nähe

Die Qualifizierung in den Gesundheitsberufen ist im Umbruch. Und mittendrin die Osteopathie. In seinem Vortrag „Osteopathie in Deutschland: Aufbruch, aber wohin?“ stellte Prof. Dr. Karl-Ludwig Resch, der Geschäftsführer des Deutschen Instituts für Gesundheitsforschung aus Bad Elster, am vergangenen Freitag beim Tag der Forschung auf der 12. VOD-Jahrestagung in Schlangenbad bei Wiesbaden fünf Thesen auf, nach denen seiner Meinung nach die Akademisierung der Osteopathie in greifbare Nähe rückt. Der Facharzt für Physikalische und Rehabilitative Medizin ermunterte die Osteopathen dazu, sich verstärkt der Wissenschaft zu öffnen.

Vor einem interessierten Fachpublikum im Parkhotel Schlangenbad bei Wiesbaden zeigte sich Prof. Resch in seiner ersten These sicher, dass der Bologna-Prozess den Weg zur Akademisierung nicht-ärztlicher medizinischer Fachberufe ebnet. Der Begriff Bologna-Prozess bezeichnet ein gemeinsames politisches Vorhaben aller EU-Staaten zur Schaffung eines einheitlichen europäischen Hochschulwesens bis zum Jahr 2010. Er beruht auf einer im Jahre 1999 von 29 europäischen Bildungsministern im italienischen Bologna unterzeichneten, völkerrechtlich nicht bindenden Bologna-Erklärung. Es sei nun wichtig, anspruchsvolle Curricula zu formulieren, so Prof. Resch.

Berufsqualifizierende Abschlüsse berechtigen in anderen Ländern der EU bereits zum
„Erstkontakt” machte Prof. Resch in seiner zweiten These deutlich und verwies dazu auf den Bachelor, der im europäischen Ausland als erster berufsqualifizierender Hochschulabschluss oder akademischer Grad als Voraussetzung für die Zulassung im öffentlichen Gesundheitswesen gilt. Der Master als zweite Stufe im europäischen System diene der Diversifikation, Vertiefung oder Spezialisierung, sprich der Forschung und Lehre. Dabei erinnerte der Referent an einen noch jungen Beschluss des Deutschen Bundestages vom 3. Juli 2009, nach dem Berufsgesetze novelliert wurden, was primär qualifizierende Studiengänge in Modellversuchen möglich mache.

In These drei verwies Prof. Resch auf Artikel 49 bis 55 des EG-Vertrages, in denen die Dienstleistungsfreiheit geregelt ist. „Die EU-Gesetzgebung zielt auf Chancengleichheit aller EU-Bürger ab“, sagte der Wissenschaftler und vertrat die Ansicht, dass schon bald „berufliche Realitäten“ von einem europäischen Land ins andere übertragen werden würden.

Osteopathie ist keine Zauberei, sondern „kann sich sehr wohl und sehr gut wissenschaftlich bewähren“ – mit dieser für Osteopathen selbstverständlichen Aussage in These vier unterstrich Prof. Resch, wie viel in den vergangenen zehn Jahren bereits geforscht wurde – bei der Akademie für Osteopathie (AFO) sind 130 wissenschaftliche Studien, in der internationalen Datenbank medline drei deutsche Studien verzeichnet. Prof. Resch verwies auf die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF), die nicht auf ärztliche Gesellschaften begrenzt ist und zurzeit 154 wissenschaftliche Fachgesellschaften auf ihrer Internetseite auflistet. Es spräche nichts dagegen, sich dort eintragen zu lassen, so Prof. Resch: „Ich würde mich sehr freuen, wenn diese Veranstaltung in zwei Jahren von einer großen wissenschaftlichen Organisation veranstaltet würde.“ Denn, so seine These Nummer fünf: Wissenschaft für die Osteopathie braucht Osteopathen für die Wissenschaft.






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