VOD-Nachrichten


19.05.2010

Prof. Resch: Osteopathie ist mehr als ein Therapieverfahren



Die Osteopathie hat sich seit ihren Anfängen vor etwa 130 Jahren in den USA in aller Welt zu einem eigenständigen medizinischen Konzept entwickelt. „Osteopathische Medizin ist mehr als ein Therapieverfahren“, sagte Prof. Karl-Ludwig Resch in seinem Vortrag auf dem Hauptstadtkongress in Berlin und stellte damit eine entsprechende, in einer von der Bundesärztekammer herausgegebenen „Wissenschaftlichen Bewertung osteopathischer Verfahren“ aufgestellte These in Frage. Er unterstrich seine Aussagen durch eine Reihe von Zitaten aus überzeugenden Quellen und ergänzte seine Ausführungen durch die Präsentation diverser Studien zur Wirksamkeit der Osteopathie in verschiedene medizinischen Bereichen. Unterstützt durch Marina Fuhrmann, Vorsitzende des Verbandes der Osteopathen Deutschland (VOD) e.V., referierte der Geschäftsführer des Deutschen Instituts für Gesundheitsforschung (Bad Elster, Dresden, Lauf) vor einem Publikum aus Medizinern und osteopathisch Interessierten über die Entwicklung der Osteopathischen Medizin.

Während in anderen Ländern Ausbildung und Beruf des Osteopathen dem des Arztes gleichgestellt oder als eigenständiges Berufsbild etabliert sind, wird die Osteopathie in Deutschland vor allem von ärztlichen Interessensvertretern noch als Therapieverfahren klassifiziert oder unter dem Konzept der „Manuellen Medizin“ subsumiert. Die Verordnung durch Ärzte mit in der Regel eher rudimentären Kenntnissen und die Beschränkung der therapeutischen Anwendung im Rahmen der Delegation werden den Potenzialen der Osteopathie zunehmend weniger gerecht, meint Prof. Resch, der selbst Facharzt für Physikalische und Rehabilitative Medizin ist, und unterstrich, wieviel in den vergangenen zehn Jahren allein in Deutschland und ohne externe Forschungsförderung geforscht wurde – bei der Akademie für Osteopathie (AFO) sind 130 wissenschaftliche Studien, in der internationalen Datenbank Medline drei deutsche Studien verzeichnet. Vor allem neuere, methodisch hochwertige Studien unterstreichen die therapeutische Wirksamkeit des osteopathischen Ansatzes über den Bereich klassischer Manipulationen von Gelenken hinaus, beispielsweise in der Inneren Medizin, der Neurologie, der Gynäkologie und der HNO, so Prof. Resch. Insbesondere funktionelle Störungen scheinen gut auf eine osteopathische Behandlung anzusprechen. Der Wissenschaftler präsentierte Studien über positive osteopathische Behandlungen des Reizdarm-Syndroms (einer chronischen Funktionsstörung des Verdauungstraktes), über verkürzte und schmerzreduzierte Entbindungen nach Osteopathie, über die Symptom- und Schmerzreduktion bei chronischer Rinosinusitis, über osteopathische Hilfe bei der kraniomandibulären Dysfunktion und Tinnitus, bei Dysmenorrhoe (starke Schmerzen bei der Menstruation), bei somatoformen Störungen (dem Auftreten körperlicher Beschwerden ohne eindeutig nachweisbaren körperlichen Befund) und bei Patienten mit Schulterschmerzen.

Prof. Resch referierte, dass Osteopathen in den USA nach entsprechendem Studium an einer der über 25 osteopathischen Universitäten den „medical doctors“ gleichberechtigt in nahezu allen medizinishen Disziplinen tätig sind, während nichtärztliche Osteopathen (in den USA als „non-physician osteopaths“ bezeichnet) in Europa eine etwa zehnmal so umfangreiche Ausbildung erhalten haben wie ihre amerikanischen Kollegen. Nach deutscher Rechtsprechung ist die Osteopathie Heilkunde im Sinne des Heilpraktikergesetzes und darf nur durch Heilpraktiker und Ärzte im Primärkontakt ausgeübt werden.

In anderen Ländern Europas gibt es Universitäten, an denen man einen Master of Science oder einen Doktorgrad in Osteopathie erwerben kann. Eine Akademisierung der osteopathischen Medizin in Deutschland wie in anderen Ländern der Europäischen Union dürfte nur noch eine Frage der Zeit sein, ist sich Prof. Resch sicher. Derzeit ist, z.B. im Rahmen der Weiterbildungsordnung in Hessen, der Erwerb der Berufsbezeichnung als Osteopath möglich, eine Berufszulassung ist im deutschen Gesundheitswesen damit jedoch noch nicht verbunden. Hierfür kämpft der Verband der Osteopathen Deutschland (VOD) e.V.: Der älteste und mitgliederstärkste Berufsverband der Osteopathen setzt sich für eine Anerkennung des Osteopathen als eigenständiger Beruf ein.






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