VOD-Nachrichten


05.08.2019

„Die weibliche Brust in der Osteopathie“ - Interview mit Martina Seidler, Osteopathin und Dozentin


VOD: Frau Seidler, Sie bieten beim VOD-Jubiläumskongress in Bad Nauheim zweimal den Workshop „Glückliche Mammae – Die weibliche Brust in der Osteopathie“ an (4. und 5. Oktober).  Was ist das Besondere daran?
Martina Seidler: Im Rahmen unserer Osteopathieausbildung kam die weibliche Brust gar nicht vor. Das hat sich in den vergangenen 25 Jahren nicht wirklich geändert. Im Leben einer jeden Frau spielt der Busen emotional und gesundheitlich eine große Rolle. Ausgerechnet in der Osteopathie nicht?! Eine Kollegin sagte mir, dass „dieses Thema die Lücke füllt, die im Studium hinterlassen wurde“. Eine andere Osteopathin drückte es so aus: „Es geht dabei nicht nur um die Optimierung der Milchkanäle beim Stillen, sondern auch um die strukturelle Verbindung zur Wirbelsäule, dem Herzen und dem Zwerchfell mit den verbindenden Faszien im Sinne einer ganzheitlichen Behandlung. Endlich gehören meine Brüste auch zur Osteopathie!“
 
VOD: Warum richtet sich der Workshop ausschließlich an Osteopathinnen?
 
Martina Seidler: Darauf möchte ich die Teilnehmerinnen vergangener Kurse selbst antworten lassen:
  • „...meiner Meinung nach kann Weiblichkeit in Gänze nur von Frauen verstanden und gefühlt werden und deshalb ist es auch wichtig, dass die weibliche Energie durch Frauenhände in Fluss gebracht wird, um die weibliche Energie und das weibliche Prinzip frei fließen zu lassen, ohne männliche Polarität… keine Angst, keine Scham...nur Synchronizität.“
  • „Die Brüste gehören zum Intimbereich... welcher Mann würde wohl ohne Probleme meinen Busen bearbeiten? Und wenn es den gäbe – hätte ich dann nicht doch auch Probleme damit?“
  • „In einen Kurs mit männlichen Kollegen wäre ich nie, nie, niemals gekommen. Es gab mir eine Chance diese wunderbare Erfahrung zu machen.“
  • „Sonst hätte ich nicht diese heilsame Erfahrung machen können.“
  • „Dieser so achtsame und geschützte Raum lässt Gespräche und Erfahrungen zu, die nur Frauen untereinander so 1:1 teilen können, Behandlung und Erfahrung ergänzen sich optimal.“
  • „Diese respektvolle therapeutisch-schwesterliche Ebene der Begegnung ist so wohl nur unter Frauen möglich.“
 
Und wir würden uns wünschen, dass es für Osteopathenkollegen auch „Männerkurse“ gibt :-)
 
VOD: Seit 2009 entstanden Ihre ersten "Happy Gyn"-Kurse in enger Zusammenarbeit mit Hebammen und Osteopathinnen. Was verbirgt sich dahinter und wo werden sie praktiziert?
 
Martina Seidler: Happy Gyn entstand aufgrund eigener Erfahrungen während meiner 3 Schwangerschaften und Geburten. Was hätte mich unterstützt, wie wäre ich gern behandelt worden, und was kann ich meinen Patientinnen zu Frauenthemen anbieten? Wir nähern uns der Gesamtheit des weiblichen Körpers von innen, außen und drumrum! Auch Körperübungen und Kontemplation gehören dazu. Eine Teilnehmerin meint: „Dieses offene Feld unter Kolleginnen ermöglicht auf unverkrampfte, beschwingte Art und Weise die Erforschung aller weiblichen Themen und äußerst wirkungsvolle Behandlungsmöglichkeiten.“
 
Inzwischen gibt es einen 2-teiligen Happy Gyn-Kurs in Hamburg bei Mitha/Sonntag und in Potsdam. Dort findet auch der 3. Kurs bei Bedarf statt. In Basel und Plochingen/Stuttgart gab es auch schon Seminare auf Betreiben interessierter Kolleginnen. In den Seminaren werde ich von meinen langjährigen Wegbegleiterinnen Christine Wanner und Ines Gieseler unterstützt. Auch mit Bettina Mertens aus Münster arbeiten wir zusammen und mit unseren Workshops in Potsdam sind wir bei Teil 13 angekommen, so bleibt der Austausch frisch, und immer neue Themen finden Raum... Mal sehen, was noch entsteht!
 
VOD: Warum liegt Ihnen die „gynäkologische Osteopathie“ am Herzen?
 
Martina Seidler: Es ist mir ein persönliches Bedürfnis, mit den Anliegen und Fragen meiner Kolleginnen und Patientinnen die gynäkologische Osteopathie aus dem Schattendasein zu locken und zu erfreulichen Behandlungserfahrungen beitragen zu dürfen.










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