VOD-Nachrichten


24.09.2021

Der VOD im
Bundestagswahlkampf
CDU, SPD, Grüne und FDP
antworten

Der Bundestagswahlkampf geht auf die Zielgerade, am Sonntag ist Bundestagswahl. Der VOD hat die Gelegenheit genutzt, um CDU, SPD, Grünen und der FDP in Sachen Osteopathie auf den Zahn zu fühlen.
So haben wir nochmals darüber aufgeklärt, dass inzwischen fast 15 Millionen Bundesbürger in osteopathischer Behandlung waren und der Zuspruch ungebrochen anhält.

Vor diesem Hintergrund wollten wir unter anderem wissen, welchen Stellenwert man der Osteopathie einräumt, wie man den Umstand bewertet, dass nach wie vor ein Berufsgesetz für Patientensicherheit und Verbraucherschutz fehlt und wie man das beheben möchte.
 
Um es vorneweg zu nehmen: Erfreulicherweise sehen alle unsere Gesprächspartner in der Osteopathie einen wichtigen Baustein der Gesundheitsversorgung in Deutschland und haben die Notwendigkeit einer berufsgesetzlichen Regelung bejaht und befürwortet.

So heißt es beispielsweise von

Emmi Zeulner MdB, (CDU/CSU)

In unserem Gesundheitswesen nimmt aus meiner Sicht die Osteopathie eine zentrale Stellung ein. Für viele Bürgerinnen und Bürger ist sie ein wertvoller Bestandteil einer ganzheitlichen Therapie. Für mich steht ganz klar fest, dass wir Osteopathinnen und Osteopathen mit entsprechender Ausbildungsabschluss einen Direktzugang ermöglichen müssen.
Gemeinsame, hochwertige Standards für die Ausbildung von Osteopathinnen und Osteopathen sind aus meiner Sicht dringend nötig und sollte entsprechend als neuer Gesundheitsfachberuf geregelt werden. So können wir Qualität sowie das Berufsbild auch im Gesundheitswesen insgesamt stärken und für angemessene Transparenz gegenüber dem Verbraucher sorgen. Vor allem aber schaffen wir Rechtssicherheit. Im Gutachten zur Heilpraktikergesetzgebung wird auch die Osteopathie immer wieder thematisiert. Ich bin aber überzeugt, dass wir eine gesonderte gesetzliche Regelung für die Ausbildung als eigenständiger Ausbildungsberuf benötigen, um dem Berufsbild mit seinen Anforderungen hier gerecht zu werden.  
Ich unterstützte die Forderung vollumfänglich und möchte das so direkt auch im Koalitionsvertrag, sollten wir wieder mitverhandeln dürfen, festhalten. Ich denke, dass wir in der kommenden Legislaturperiode einen großen Wurf landen können. Mir ist dabei besonders wichtig, dass wir in engem Kontakt mit den Berufsverbänden die Regelungen praxisnah gestalten. Denn ich bin mir dessen bewusst, welchen wertvollen und entscheidenden Beitrag die Osteopathen und Osteopathinnen für die Menschen in unserem Land leisten.
 
Dr. Janosch Dahmen MdB, Bündnis´90/Die Grünen

Wir sind für eine einheitliche berufsgesetzliche Regelung der Ausbildung und Ausübung der Osteopathie. Eine staatlich anerkannte Berufsausbildung für Osteopathie bzw. eine bundesweit einheitliche Regulierung der Ausbildung und Zulassung wäre ja auch z.B. für die Definition verbindlicher dem Patient*innenschutz dienender Qualitätsstandards sinnvoll. Voraussetzung ist natürlich, dass die Osteopathie und die von ihr angewandten Methoden wissenschaftlichen Standards entsprechen.
 
 Martina Stamm-Fibich MdB, SPD

Ich halte die vorliegende Regelung für nicht ausreichend um Patientenschutz und Verbraucherschutz zu gewährleisten. Um die Qualität und Sicherheit der Versorgung abzusichern, braucht es ein Mindestniveau an erlernten Inhalten und geleisteten Ausbildungsstunden. Die WHO empfiehlt für Personen mit Vorkenntnissen im medizinischen Bereich eine Ausbildungsdauer von ca. 1000 Stunden und für Personen ohne Vorkenntnisse ca. 4200 Stunden. Davon sind wir in Deutschland meilenweit entfernt. Sollte die SPD in der nächsten Legislatur in der Regierung sitzen, so werden wir darauf drängen, dass die bereits vorliegende Forderung nach einem Berufsgesetz durch die GMK aus dem Jahr 2019 endlich in die Tat umgesetzt wird. (…) wir werden uns dafür einsetzen, dass die Ausbildung und Ausübung der Osteopathie entsprechend durch ein Gesetz geregelt wird.


Dr. med. Andrew Ullmann, FDP

Die Therapiefreiheit ist und bleibt eine zentrale Errungenschaft unseres Gesundheitssystems. Darum steht es Patienten offen, alternativ oder ergänzend zu einer schulmedizinischen Behandlung einen Osteopathen aufzusuchen. Die mangelnde Transparenz im Hinblick auf die Qualifikation der Osteopathen ist dabei höchst problematisch. Es kann in der Tat nicht sein, dass ein Besucher einiger Wochenendlehrgänge ebenso mit der Bezeichnung „Osteopath“ werben darf wie ein Absolvent eines mehrjährigen Studiums. Bundesweit einheitliche Ausbildungsstandards mit anschließender Prüfung begrüßen wir daher grundsätzlich. Dies gilt umso mehr vor dem Hintergrund, dass viele Osteopathen derzeit gezwungenermaßen als Heilpraktiker auftreten müssen, das Heilpraktikerwesen an sich aber reformbedürftig ist.


Gleichzeitig sprachen aber auch fast alle Politikerinnen und Politiker mehr oder weniger deutlich an, dass Evidenznachweise und mehr Forschungsergebnisse wichtig und wünschenswert für eine berufsgesetzliche Regelung wären.
 
Ein Grund mehr für den VOD bereits vorhandene Studien und Forschungsergebnisse einerseits noch bekannter zu machen und auch ins Bewusstsein deutscher Gesundheitspolitiker und Experten zu bringen, andererseits aber auch die zweifelsohne noch deutlich ausbaufähige Studienlage durch Unterstützung in Deutschland und Kooperation im Ausland deutlich zu verbessern.
 
Wir sind gespannt, wie die Bundestagswahl ausgeht und welche Koalitionsoptionen sich ergeben. Auf jeden Fall werden wir am Ball bleiben und uns auch während der Koalitionsgespräche aktiv einbringen und für Patientensicherheit, Verbraucherschutz und einen hohen Stellenwert der Osteopathie starkmachen!





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