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13.06.2021

Profi-Fußball: „Die Osteopathie spielt eine immer größere Rolle“


Interview mit Florian Lechner, Ex-Fußballprofi und Osteopath

Florian Lechner ist ehemaliger Fußball-Profi. Der 40-Jährige hat jahrelang beim FC St. Pauli und beim Karlsruher SC gespielt, bevor er in den USA beim Club New England Revolution seine Karriere beendete. Anschließend absolvierte der gebürtige Ellwanger von 2013 ein 5-jähriges Vollzeitstudium am College Sutherland in Hamburg zum Osteopathen. Seit 2018 betreut er die Lizenzspieler Mannschaft des FC St.Pauli. Der Verband der Osteopathen Deutschland (VOD) e.V. interviewte Florian Lechner anlässlich der Fußball-EM.
VOD: Herr Lechner, warum haben Sie sich nach Ende Ihrer Karriere als Fußball-Profi für eine Ausbildung zum Osteopathen entschieden?

Florian Lechner: Im Profifußball ist es sehr schwierig, ohne Verletzungen durch die Karriere zu kommen. In meiner langen Verletztenzeit bin ich auf die Osteopathie gestoßen. Durch die Osteopathie und einen Kinesiologen bin ich viel gestärkter aus der Reha gekommen und habe die Wichtigkeit der hollistischen Denkweise der Osteopathie bewundert. Danach ist das Interesse bezüglich der Osteopathie nie erloschen. Nach dem Fußball wollte ich die Gesundheit und den Sport miteinander vereinen. So bin ich letztendlich beim College Sutherland gelandet.

VOD: Welche Rolle spielt Osteopathie im heutigen Profi-Fußball? Und welche Rolle könnte sie eventuell in ein paar Jahren spielen?
Florian Lechner: Die Osteopathie spielt eine immer größere Rolle. Die Akzeptanz ist immer größer, und wenn man einmal auf der anderen Seite der Behandlungsbank war, ist es noch einfacher, es den Jungs zu erklären, weil man doch die gleiche Sprache spricht. Ich behandele und betreue die Spieler des FC St. Pauli und es macht richtig Spaß, sie zu unterstützen und im medizinischen Team mitzuwirken.

VOD: Welche Vorteile der Osteopathie sehen Sie selbst aus der Perspektive des Spielers und der des Therapeuten?

Florian Lechner: Ein großer Vorteil ist, wie schon erwähnt, dass ich die gleiche Sprache spreche und dass ich weiß, worauf es im Fußball und im Sport ankommt. Aus Therapeutensicht ist es manchmal etwas schwierig, auf gewisse Dinge einzugehen, da im Fußball der Faktor Zeit eine große Rolle spielt. Der Spieler sollte nach der Behandlung topfit sein und keine Schmerzen mehr haben, egal wie schlimm die Verletzung auch sein mag. Daher sind Ruhephasen manchmal sehr schwer einzuhalten. Außerdem lastet ein enormer Leistungsdruck auf den Athleten, weil immer nur 11 spielen können und der Konkurrenzkampf sehr groß ist. Ich denke auch, durch die sozialen Medien ist noch einmal ein größerer Impuls, was den Druck in der Öffentlichkeit betrifft, entstanden.
Man kann gerade mit der Osteopathie auf verschiedenste Weise die Jungs gut abholen und sie bestmöglich auf den Wettkampf vorbereiten und einstellen, sodass sie das Maximale aus ihrem Körper herausholen können.

VOD: Wie sieht Ihre Arbeit bei Ihrem ehemaligen Profi-Verein FC St. Pauli konkret aus?

Florian Lechner: Ich bin einmal in der Woche einen Tag am Trainingsgelände und stehe allen komplett zur Verfügung. Unter anderem fahre ich 2x im Jahr mit zum Trainingslager in der Vorbereitung, was für die Jungs immer sehr intensiv ist.
Außerdem begleite ich die Reha-Spieler unter anderem im Endo-Rehazentrum, wo ich auch meine Räumlichkeiten habe.

VOD: Vielen Dank für das Gespräch und für Ihre Zukunft alles Gute!

Florian Lechner: Vielen Dank.





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