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VOD-Nachrichten


11.01.2019

Neu – Patientenbeauftragte für Osteopathie beim VOD: „Stimme des Patienten muss auch in der Politik wahrgenommen werden“



Marianne Salentin-Träger, seit vielen Jahren überzeugte Osteopathiepatientin, ist die erste Patientenbeauftragte für Osteopathie in Deutschland. Der VOD berief die 57-jährige Inhaberin einer PR-Agentur in sein neu gegründetes Kuratorium. In einem Interview beschreibt sie ihre Aufgaben und Ziele.
VOD: Was motiviert Sie, Patientenbeauftragte des VOD zu sein?
Marianne Salentin-Träger: Meine sehr positiven Erlebnisse und Erfahrungen mit Osteopathie, sowie die meiner beiden Töchter, als eine vorbeugende und die Schulmedizin sinnvoll ergänzende Form der Medizin. Barrierefrei fließende Kommunikation ist nach meiner persönlichen und beruflichen Erfahrung die Basis für Erfolge. Das gilt sowohl für das Zwischenmenschliche, als auch für Heilerfolge innerhalb der verschiedenen Strukturen unseres Körpers. Genau das betont die Osteopathie.
 
VOD: Osteopathie wird immer beliebter: Laut einer aktuellen Forsa-Umfrage war schon fast jeder 5. Bundesbürger bei einem Osteopathen, und 4 von 5 Patienten haben dabei gute Erfahrungen gemacht. Wenn es einmal Probleme geben sollte: Auf welche Art und Weise möchten Sie Patienten von VOD-Mitgliedern als Beauftragte unterstützen?
Marianne Salentin-Träger: Seit Albert Einstein wissen wir, alles im Leben ist relativ. Das einzig Absolute ist die Relativität. Die von Ihnen genannten Zahlen sind typisch. Sie begegnen einem in dieser Relation auch in anderen Bereichen. Und auch hier sind wir wieder bei der Kommunikation. Was möchten die Menschen, die unzufrieden sind? Oft einfach Kompetenz und Zuwendung. Wenn ich hier einen kleinen Beitrag leisten kann, freue ich mich sehr. Hinzu kommt die Kooperation mit anderen Patientenschutznetzwerken, die einen wertvollen Beitrag im Gesundheitssystem leisten. Ich möchte auch Ansprechpartner für diese Organisationen sein und den VOD mit ihnen noch näher verbinden.  
 
VOD: Wie sind Sie erreichbar?
Marianne Salentin-Träger: Per Telefon, Mail (patientenbeauftragte@osteopathie.de) und Telefax über die Geschäftsstelle des VOD. Immer bei Wahrung der vollen Diskretion natürlich.
 
VOD: Osteopathie ist eine gefragte Zusatzleistung der gesetzlichen Krankenkassen geworden. Nach einer Umfrage des Deutschen Finanz-Service Instituts (DFSI) steht sie auf Platz 3 der TOP 50 aller online von Versicherten nachgefragten Leistungen. Welche Probleme und Chancen sehen Sie als Patientenbeauftragte im Bereich der Krankenkassen?
Marianne Salentin-Träger: Trotz dieser TOP-Position ist es unverständlich, dass die momentane Kostenerstattung von Osteopathiebehandlungen durch Krankenkassen völlig ungeregelt und unübersichtlich ist. Häufig verlangen Krankenkassen eine formlose Bescheinigung eines Arztes, bevor sie Osteopathiekosten erstatten. Damit wird die Osteopathie zu einem Heilmittel degradiert. Zur Sicherstellung einer Mindestqualifikation und für die Fähigkeit der Bezuschussung als freiwillige Zusatzleistung, orientieren sich die meisten Krankenkassen derzeit noch an Therapeutenlisten etablierter Osteopathieverbände. Ein merkwürdiger Maßstab für Qualität, denn diese Mitgliedschaften sind freiwillig.
 
Was ich jedoch als Patientenbeauftragte und Patientin als noch wesentlich bedenklicher ansehe, ist die Tatsache, dass die Qualität der Osteopathiebehandlungen auch im Sinne des Patienten bis heute weder gesetzlich in einer Form geregelt, noch sichergestellt ist. Die Osteopathie ist eine eigenständige, die Schulmedizin ergänzende Medizin, gilt jedoch in Deutschland als Heilkunde und darf laut Heilpraktikergesetz nur von Ärzten und Heilpraktikern uneingeschränkt ausgeübt werden. Vor dem Hintergrund, dass ein klassisch ausgebildeter Osteopath eine mindestens vierjährige Ausbildung absolviert hat, ist nicht nachvollziehbar, wie das Heilpraktikergesetz das Problem einer Qualitätssicherung für den Patienten lösen soll, wenn die staatliche Überprüfung zum Heilpraktiker keine osteopathische Ausbildung voraussetzt.
 
VOD: Das Thema Patientensicherheit ist dem VOD schon immer überaus wichtig gewesen. Um diese gewährleisten zu können, fordern wir als größter Berufsverband der Osteopathen eine bundesgesetzliche Regelung der Berufsausbildung und -ausübung. Dies forderten übrigens auch 80 Prozent der Teilnehmer der Forsa-Umfrage. Wie beurteilen Sie die aktuelle Situation?
Marianne Salentin-Träger: Dem kann ich nur zustimmen: Ärzte ohne osteopathische Ausbildung können nicht wissen, wann Osteopathie angebracht ist, da sie nicht Bestandteil ihrer ärztlichen Ausbildung ist.
 
Aus Sicht des Patienten kann nur die Etablierung eines Berufsgesetzes, das sowohl die Ausbildung als auch die Tätigkeit des Osteopathen im Sinne der Patientensicherheit einheitlich regelt, die derzeitige Lage zur Zufriedenheit aller verändern. Die Gründe:
 
  1. Die Osteopathie ist eine eigenständige Medizin und die Qualifikation zur Anwendung am Patienten setzt eine 5-jährige, intensive Ausbildung voraus.
  2. Bei steigender Beliebtheit von osteopathischen Behandlungen und gleichzeitig unterschiedlicher und ungeregelter Ausbildung, sowie Qualifikation erhöht das Risiko für Behandlungsfehler.
  3. Die staatlich vorgeschlagene Heilpraktikererlaubnis gewährleistet nicht die Qualifikation des Osteopathen, da sie keine osteopathische Ausbildung voraussetzt.
 
VOD: Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg bei Ihrer Arbeit!
 

Link: https://www.osteopathie.de/n1547205900



Verband der Osteopathen Deutschland e.V. (VOD e.V.)
Untere Albrechtstr. 15 - D-65185 Wiesbaden
Tel. 0611 5808975 0 - Fax 0611 5808975 17
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