VOD-Nachrichten


28.06.2019

Cranio-mandibuläres System - ein funktionell-anatomisches Präzisionswerk


Interview mit Prof. Dr. rer.nat.med. habil. Rainer Breul, Professor für Anatomie und Dozent in der Osteopathie-Ausbildung

Prof. Dr. Rainer Breul<br>
Prof. Dr. Rainer Breul
VOD: Herr Prof. Dr. Breul, es freut uns sehr, Sie bei unserem VOD-Jubiläumskongress in Bad Nauheim als Referent begrüßen zu dürfen. Sie sprechen über das „Cranio-mandibuläre System; ein funktionell-anatomisches Präzisionswerk“. Was können Teilnehmer von Ihrem Anatomie-Vortrag erwarten?

Prof. Breul: Mein großes Anliegen ist, unseren  Kongressteilnehmern  durch zahlreiche Beispiele einen näheren Einblick in dieses hochkomplexe mechano-sensorische System zu geben, da es unter physiologisch normalen Bedingungen mit einer sonst kaum vergleichbaren Präzision arbeitet, wie z.B. die Feinmotorik unserer Finger oder dem Tastsinn unserer Fingerspitzen etc.

VOD: Ihre Vorträge bei VOD-Kongressen sind schon beinahe legendär – sie gelten als einer der ersten deutschen Schulmediziner, der sich der Osteopathie zugewandt hat. Wie ist es vor mehr als drei Jahrzehnten dazu gekommen?

Prof. Breul: Die ersten Kontakte zur Osteopathie ergaben sich, als ich vor etwa 30 Jahren fast monatlich primär für Physiotherapeuten in der Anatomischen Anstalt der LMU Fortbildungsveranstaltungen zu ausgesuchten Themen der funktionellen Anatomie und Topographie abhielt, begleitet von Präparate-Demonstrationen.
 
Unter den Teilnehmern waren u.a. Dozenten einer französischen Osteopathieschule, die sich kurz zuvor im München niedergelassen hatte. Wir kamen ins Gespräch, und man machte mich mit der Grundidee der Osteopathie bekannt. Während dieser Zeit nahmen Gründungsmitglieder des VOD (u.a. Prof. Marina Fuhrmann) mit mir Kontakt auf. Es wurde offensichtlich, dass seitens der Osteopathie ein elementares Interesse an der gesamten Anatomie als naturwissenschaftlich-medizinisches Grundlagenfach vorhanden ist.

Dieses berechtigte Interesse und die große Neugier nach solidem Wissen war für mich als Anatom ein Argument, die in Deutschland noch junge Osteopathie als therapeutisches Verfahren mit meiner beruflichen Erfahrung und meinen Möglichkeiten wie Unterricht, Vorträgen und schließlich mit Präparierkursen nachhaltig zu unterstützen.
 
VOD: Unzählige Osteopathen haben bis heute über die Jahre hinweg Ihre Präparierkurse an der LMU München besucht. Hat sich durch die Erfahrung mit der Osteopathie Ihr eigenes Verständnis für anatomische Zusammenhänge verändert?

Prof. Breul: Vor 30 Jahren waren die von mir etablierten Präparierkurse für Osteopathen in Deutschland ein Novum, da sie vornehmlich für Studierende der Medizin abgehalten wurden.  Für mein Engagement für diese Kurse fand ich in der Leitung der Anatomischen Anstalt glücklicherweise bis heute viel Verständnis und Unterstützung.
 
Meine Erfahrung über die drei Jahrzehnte ist, dass durch die vielen intensiven Diskussionen während der Präparationen mit den Kursteilnehmern mein Blick auf funktionell-anatomische Zusammenhänge sich verändert bzw. erweitert hat. Die Osteopathie betrachtet Organsysteme, deren Substrukturen in komplexen Zusammenhängen. Diese Sichtweise hat oftmals bei mir zu einem erweiterten Verständnis geführt. Dieses Verständnis habe ich sub-summiert und in meine Tätigkeit als Dozent für Osteopathen eingebaut. 
 
VOD: Vielen herzlichen Dank für das Interview – wir sehen uns in Bad Nauheim!
 
Melden Sie sich an: www.osteopathie-kongress.de




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