VOD-Nachrichten


15.06.2011

Die Akademie für Osteopathie AFO initiiert Qualitätssicherungszirkel


Auftaktveranstaltung war die Intervisionsfortbildung unter Leitung von Prof. Dr. Fengler in Bonn

Die Akademie für Osteopathie AFO initiierte mit finanzieller Unterstützung des VOD die erste Intervisionsfortbildung zur Etablierung eigenständiger Qualitätssicherungszirkel in Deutschland.

Qualitätssicherungszirkel sind ein etabliertes Instrument in der Medizin und signalisieren den eigenen Anspruch einer qualitätsvollen Arbeit. Deshalb sind sie unerlässlich, wenn die Osteopathie einen Platz im bestehenden medizinischen System für sich beansprucht und ernst genommen werden will. Sie bieten auf lokaler Ebene eine unkomplizierte Form der kontinuierlichen Weiterbildung. Einzelne können auf die zu behandelnden Themen leichter Einfluss nehmen, als dies bei überregionalen Veranstaltungen möglich ist. Die Teilnehmer lernen sich in Verlauf der Jahre immer besser kennen und eventuell auch schätzen.

Unter der Leitung von Prof. Dr. Fengler, der den Lehrstuhl für klinische und pädagogische Psychologie in Köln bis 2010 leitete, trafen sich sieben Teilnehmer in Bonn um die Methodik der Intervision und Supervision kennen zu lernen. Supervision und Intervision dienen der Qualitätssicherung in therapeutischen Berufen. Seit den sechziger Jahren gilt die Supervision und Intervision als etabliertes Verfahren vor allem in sozialen und helfenden Berufen. In der Supervision sucht eine Person professionelle Begleitung, Beratung und Klärung für Ihr berufliches Handeln.

Im Unterschied zur Supervision betont die Intervision oder Peer- Supervision, die Dichte und Bedeutsamkeit des Kontakts der Teilnehmer sowie ein gemeinsamer beruflicher Hintergrund. Im Besonderen wird die Gleichrangigkeit unter Kollegen hervorgehoben, sodass jeder Teilnehmer Fälle einbringt und sich an der Klärung der aufkommenden Fragen beteiligt. Die Hilfestellung bei einer Fallbearbeitung erfolgt nicht nur im Geben und Nehmen. Die Arbeit am Fall des Kollegen ist auch unmittelbar eine Hilfe für den zuschauenden oder unterstützenden Kollegen selbst. Er lernt dabei Herangehensweisen, Konfliktsituationen, Sackgassen und Behandlungsinterventionen kennen, die ihm schon morgen in der Praxis eine Hilfe sein könnten. Intervision kann als ein Baustein eines osteopathischen Qualitätszirkels verstanden werden, der durch Eigenreflexion die Qualität des eigenen Be-Handelns verbessert.

In einem kollegialen Kreis, in dem eine Atmosphäre von Vertrauen und Ehrlichkeit spürbar ist, kann sich eine Kraft entwickeln, die für den Falldarsteller Lösungsansätze hervorbringt, die er für sich bisher nicht entwickeln konnte.

Innerhalb der zweitätigen Intervisionsfortbildung wurde nach einer kurzen theoretischen und methodischen Einführung in das Thema, das praktische Erfahren einer Intervisionssituation in den Vordergrund gestellt.

Die Gruppenteilnehmer stellten eigene Fälle aus ihrer osteopathischen Praxis dar und gaben als Gruppenmitglieder Ihre Eindrücke und Empfindungen zu vorgestellten Fällen wider. Ebenso wurde anhand eines Leitfadens die Arbeitsmethodik der Intervision eingeübt und von Prof. Dr. Fengler hilfreich reflektiert und unterstützt.

Die Teilnehmer fühlten sich nach dem zweitägigen Workshop für ihre Arbeitssituationen geklärter und bereichert. Gleichzeitig wurde sichtbar wie die Eigenreflexion eine bereichernde und vertrauensvolle Beziehungsdynamik in der Gruppe etablierte.

Die Akademie unterstützt die Bildung eines bundesweiten Netzwerks von Qualitätszirkeln und bietet Osteopathen, die selbst an ihrem Wohnort einen Qualitätszirkel gründen wollen, die Teilnahme an einem Intervisionsseminar mit Prof. Dr. Fengler an. Der Vorstand der Akademie würde sich freuen, wenn jeder Teilnehmer dieser Fortbildung einen lokalen/ regionalen Qualitätszirkel gründen würde. Interessierte Osteopathen, die sich einer Intervisionsgruppe anschließen möchten, können sich unter info@osteopathie-akademie.de melden und werden je nach Postleitzahlbereich weiter vermittelt. Der VOD unterstützt diese Entwicklung durch die Vergabe von Fortbildungspunkten.

Christiane Hähn-Jakobs







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