Den Menschen als Ganzes betrachten
Die Osteopathie betrachtet den Körper in seinen funktionellen Zusammenhängen. Deshalb richtet sich der Blick bei Kopfschmerzen nicht ausschließlich auf den Kopf. Im Rahmen einer osteopathischen Untersuchung können unter anderem Beweglichkeit, Spannungsverhältnisse und mögliche funktionelle Zusammenhänge im gesamten Körper betrachtet werden. Dazu gehören beispielsweise der Bereich von Schädel, Kiefer und Halswirbelsäule, aber auch Haltung und Bewegungsmuster anderer Körperregionen und Organe.
„Der Ort des Schmerzes muss nicht zwangsläufig mit dem Ort eines möglichen Einflussfaktors identisch sein“, erklärt Prof. Marina Fuhrmann. „Deshalb untersuchen Osteopathinnen und Osteopathen den Menschen immer individuell und im Gesamtzusammenhang.“ Eine osteopathische Behandlung kann – abhängig von der individuellen Situation und nach entsprechender Abklärung – eine mögliche ergänzende Maßnahme bei funktionell bedingten Kopfschmerzen sein. Dabei geht es nicht darum, für jeden Kopfschmerz eine einfache Ursache oder eine pauschale Lösung zu suchen.
Zusammenarbeit und Veränderungen im Alltag
Osteopathinnen und Osteopathen arbeiten deshalb interdisziplinär: bei Bedarf mit Ärztinnen und Ärzten sowie weiteren therapeutischen Fachrichtungen zusammen. Neben der individuellen Behandlung können auch Anpassungen im Alltag eine Rolle spielen. Ausreichende Bewegung, Erholungsphasen, ein bewusster Umgang mit Stress und eine gute Beobachtung persönlicher Auslöser können dabei helfen, die eigenen Beschwerden besser einzuordnen. Welche Maßnahmen sinnvoll sind, hängt jedoch immer von der jeweiligen Person und ihrer individuellen Situation ab.