
41 Vertreterinnen und Vertreter nationaler osteopathischer Berufsorganisationen aus 23 europäischen Ländern kamen vom 8. bis 10. Oktober zur Herbstkonferenz mit Generalversammlung von Osteopathy Europe (OE) auf Malta zusammen. Für den Verband der Osteopathen Deutschland e. V. (VOD) nahm Vorstandsmitglied Ulrike von Tümpling an dem Treffen teil. Der VOD ist die einzige Vertretung von Osteopathinnen und Osteopathen aus Deutschland innerhalb von Osteopathy Europe und bringt damit die deutsche Perspektive in den europäischen fachlichen und berufspolitischen Austausch ein.
Gastgeber der Konferenz war die Malta Association of Osteopaths (MAO) unter der Leitung ihres Präsidenten Robert Grech, der zugleich dem Vorstand von Osteopathy Europe angehört. Im Mittelpunkt standen Fragen zur Weiterentwicklung der Osteopathie als eigenständiger Gesundheitsberuf, zu gemeinsamen Ausbildungsstandards und zur Anerkennung beruflicher Qualifikationen über Ländergrenzen hinweg.
Europäische Zusammenarbeit für die Zukunft der Osteopathie
Das Konferenzprogramm bot Raum für fachlichen Austausch und strategische Diskussionen. Ein Schwerpunkt lag auf der beruflichen Regulierung in Europa und den Rahmenbedingungen für Gesundheitsberufe im europäischen Binnenmarkt. Dazu informierte David Ciliberti, Rechtsexperte der Generaldirektion Justiz und Verbraucher der Europäischen Kommission, über die Bedeutung des Binnenmarktes für regulierte Berufe.
Auch die gegenseitige Anerkennung von Berufsqualifikationen und osteopathischen Ausbildungsabschlüssen wurde diskutiert. Philip Vella von der maltesischen Further and Higher Education Authority (MFHEA) erläuterte dazu europäische Zusammenhänge und Fragen der Anerkennung. „Die Gespräche machten deutlich, wie wichtig der Austausch zwischen den nationalen Organisationen ist, um unterschiedliche rechtliche und bildungspolitische Rahmenbedingungen besser zu verstehen und gemeinsame Perspektiven zu entwickeln“, so Ulrike von Tümpling.
Ein weiterer Programmpunkt war das UNITE-Projekt, das sich mit der Definition einer gemeinsamen osteopathischen Identität befasst. Diese soll unter anderem in die Überarbeitung europäischer Normen und weitere Projekte einfließen. Darüber hinaus arbeiteten die Delegierten in Workshops zu den Themen Kommunikation und soziale Medien, Forschung sowie berufspolitische Entwicklung zusammen.
Für den VOD bietet die Mitarbeit bei Osteopathy Europe die Möglichkeit, die Interessen der Osteopathinnen und Osteopathen in Deutschland auf europäischer Ebene einzubringen und Entwicklungen in anderen Ländern frühzeitig aufzugreifen. Der direkte Austausch mit den nationalen Verbänden hilft dabei, unterschiedliche Erfahrungen mit Regulierung, Ausbildung und beruflicher Anerkennung kennenzulernen.
„Auch die Zusammenarbeit innerhalb des europäischen Netzwerks stand bei der Konferenz im Mittelpunkt“, unterstreicht das VOD-Vorstandsmitglied Ulrike von Tümpling. Die Gespräche und Arbeitsgruppen dienten dazu, gemeinsame Ziele weiterzuentwickeln und konkrete Arbeitsschritte für das Jahr 2027 vorzubereiten. Bei der Generalversammlung wurden unter anderem der Haushalt, Wahlen und die weiteren Schwerpunkte der Organisation behandelt.
