Dennoch finden sich zunehmend Angebote, die mit kurzen Ausbildungszeiten, umfangreichen Anrechnungen fachfremder Vorbildungen oder überwiegend digitalen Formaten werben. Solche „Schnellmodelle“ mögen attraktiv erscheinen – sie ersetzen jedoch keine umfassende medizinisch-osteopathische Qualifikation.
Für Patientinnen und Patienten wird es dadurch schwieriger, die Qualität einer Behandlung einzuschätzen. Für Absolventinnen und Absolventen solcher Programme kann sich der vermeintlich schnelle Weg später als berufliche Sackgasse erweisen.
Fehlende gesetzliche Regelung begünstigt Wildwuchs
Ursache dieser Entwicklung ist das bis heute fehlende eigenständige Berufsgesetz für Osteopathie in Deutschland. Ohne bundeseinheitliche gesetzliche Vorgaben existieren weder eine verpflichtende Registrierung noch verbindliche Ausbildungsstandards. Der Ausbildungsmarkt ist daher bislang nur unzureichend reguliert.
Der VOD übernimmt seit vielen Jahren freiwillig Verantwortung für Qualitätssicherung und Patientenschutz. Auf der Therapeutenliste des Verbandes finden sich ausschließlich Osteopathinnen und Osteopathen mit umfassender, mindestens vier- bis fünfjähriger Ausbildung, bestandener klinischer Abschlussprüfung und regelmäßiger Fortbildung. Mit über 6.900 Mitgliedern zählt der VOD zu den größten Berufsverbänden der Osteopathie in Europa.
Woran erkennt man eine seriöse Ausbildung?
- Ausbildungsdauer: mindestens vier bis fünf Jahre bzw. acht bis zehn Semester
- Strukturiertes Curriculum: durchgängiger, aufeinander aufbauender Lehrplan
- Qualifizierte Lehrkräfte: überwiegend erfahrene, selbst praktisch tätige Osteopathinnen und Osteopathen
- Klinische Abschlussprüfung: praktische Prüfung vor einer extern besetzten Kommission
Besondere Vorsicht ist geboten, wenn Ausbildungsanbieter gleichzeitig eigene „Berufsverbände“ gründen und eine Mitgliedschaft quasi im Paket mitverkaufen. Nicht jeder Verband verfügt über transparente Qualitätskriterien oder engagiert sich aktiv für berufspolitische Interessen und Patientenschutz.
Verantwortung für Vertrauen
Die hohe Akzeptanz der Osteopathie beruht auf Qualität, Sorgfalt und Professionalität. Damit das Vertrauen der Bevölkerung erhalten bleibt, braucht es klare Standards – perspektivisch durch eine bundesgesetzliche Regelung, kurzfristig durch Transparenz und kritische Auswahl von Ausbildungsstätten.
Weitere Informationen zu qualitätsgesicherten Ausbildungswegen und zu den Kriterien des VOD finden Interessierte unter:
www.osteopathie.de/ausbildung
Ein ergänzendes Informationsvideo fasst die wichtigsten Punkte anschaulich zusammen:
www.youtube.com/watch?v=gufRWKYY5MYGut zu wissen:Osteopathie ist eine eigenständige, ganzheitliche Form der Medizin, in der Diagnostik und Behandlung mit den Händen erfolgen. Osteopathie geht dabei den Ursachen von Beschwerden auf den Grund und behandelt den Menschen in seiner Gesamtheit. Osteopathie ist bei vielen Krankheiten sinnvoll und behandelt vorbeugend.
Hintergrund:
Als deutscher Bundesverband für Osteopathinnen und Osteopathen mit mehr als 6.900 Mitgliedern setzt sich der VOD für Patientensicherheit und Verbraucherschutz ein. Der VOD e.V. fordert hierfür eine berufsgesetzliche Regelung und die Schaffung des eigenständigen Berufs des Osteopathen auf qualitativ höchstem Niveau. Er klärt über die Osteopathie auf, informiert sachlich und neutral, fördert Forschungsprojekte und betreibt Qualitätssicherung im Interesse der Patienten. Darüber hinaus vermittelt der VOD hoch qualifizierte Osteopathen. Über 2,8 Millionen Besucher informieren sich jedes Jahr auf
osteopathie.de. Fast 100 gesetzliche Krankenkassen bezuschussen Osteopathie.